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Bewertungen

Harald Nies - The Circle

08.04.2021
MusikZirkus
Der deutsche Musiker Harald Nies beschäftigte sich bereits bei früheren Alben mit mathematischen Formen, das zeigen Alben wie „Fractal“, „Axial“ oder „Torodial“. Auf seinem ersten Album des Jahres 2020 mit dem Titel „The Circle“ widmet er sich nun dem Kreis. Wer die Musik von Harald Nies kennt, der weiß, dass er nicht rein mathematische Strukturen verarbeitet und dadurch abstrakte Klänge erzeugt, vielmehr ist seine Musik von jeher von rhythmischen, eingängigen Melodien und auch epischen Parts geprägt. Das führt er auch auf „The Circle“ fort.






Elf Instrumentalstücke mit Laufzeiten von 4:42 bis 8:18 Minuten Länge präsentiert er auf dem fast 72minütigen Album. Er hat dabei wieder alle Tasteninstrumente und Gitarren bedient und die Rhythmen programmiert.

Das 5:28minütige „Out Of Shape“ eröffnet das Album. Sanfte elektronische Sounds starten den Track und gehen nach einer halben Minute in einen Part über, der mit einem treibenden Groove unterlegt ist. Dazu kommen leicht jazzige Motive auf. Das klingt frisch und ist ein guter Einstieg in das Album. Treibende Beats bestimmen dann in „Irrational Bias“ das Bild. Das Stück hat tanzbares Flair und geht gut ab. Im Mittelteil kommt dann ein bisschen 80’er Jahre Feeling auf (wäre auch was für „Miami Vice“ gewesen). Ein sehr eingängiges Stück.

Mit „In The Center“ begeben wir uns in das Innere des Kreises. Harald unterlegt hier wunderbare Flächen mit einem schönen Groove. Dann kommt nach zwei Minuten noch eine passende Melodielinie auf. Klasse Track. Dem schließt sich das sehr schöne „Circuit“ an. Harald geht hier traumwandlerisch mit den Melodielinien um. Ein Track zum Wegfliegen.

Das 6:37minütige „Tangent Lights“ ist dann eine elektronische Ballade in der Harald atmosphärische Gitarrenlicks/-sounds einbaut. Ruhig fließt dieser wunderbare Track dahin. Einfach traumhaft. Aus diesem entspannten Zustand holt Harald die Hörer dann mit dem druckvollen nächsten Track „Borders Of Life“ wieder ins Hier und Jetzt. Perlende Sounds und eine Melodieführung, die mich an die ersten Alben von Brainwork erinnern, kommen hier auf. Das präsentiert Harald aber in seinem ganz eigenen Stil. Sehr schön ist hier auch die Basslinie.

„Magic Pi“ ist dann noch so eine verträumte Nummer, bei der man die Gedanken fliegen lassen kann. Das 7:44minütige „Hold Me“ überzeugt dann mit einer fesselnden Melodielinie und herrlich perlenden Klängen. Hier kommt dann auch wieder seine Gitarre zum Einsatz, die einen Hauch atmosphärischen Rock einfügt. Mir gefällt das besonders gut. Aus meiner Sicht könnte Harald die E-Gitarre noch viel öfter einsetzen. Den Abschluss bildet dann das fast achtminütige „Leaving The Circle“. Die tollen Sounds verführen allerdings sofort wieder in den musikalischen Kreis einzutauchen.

„The Circle“ von Harald Nies bietet wieder beste instrumentale Musik. Harald Nies zeigt erneut dass er ein Händchen für wunderbare Melodien und tolle Rhythmen besitzt. Vorwiegend finden sich in den Stücken Synthiesounds, Sequenzerrhythmen und programmierte Drums. Nur selten packt Harald die E-Gitarre aus. Wenn das passiert, dann verziert er die Stücke aber mit atmosphärischen Passagen. Wieder ein tolles Album.

Stephan Schelle, Dezember 2020...


Yaary & Scholl - Delta Evolution

08.04.2021
MusikZirkus
Der aus Tel Aviv (Israel) stammende Elektronikmusiker Erez Yaary veröffentlichte im Juni 2019 sein Album „Delta“. Mit knapp 30 Minuten Spiellänge war es leider zu kurz für eine Album-Veröffentlichung auf MellowJet-Records und wurde daher in 2019 nicht dort herausgebracht. Anfang 2020 kam Bernd Scholl dann spontan die Idee zu einer Kooperation. Er wollte das Album „Delta“ mit weiteren Tracks passend ergänzen und so aus einer EP eine LP machen.






Erez Yaary war damit sofort einverstanden. Nachdem Bernd sich in das nicht ganz einfache Thema des Albums, den „Simplizialkomplex“, eingearbeitet hatte, entstanden fünf neue Tracks, welche in das Vorhandene Material nahtlos integriert wurden. Der Originaltitel „Macroscopic Change“ diente Bernd als Vorlage für ein Reprise. Als Titel für das Album wählten die Beiden den sehr passenden Namen „Delta Evolution“. Und weil sich „Erez Yaary & moonbooter“ irgendwie seltsam anhörte, beschränkten sie sich auf ihre Nachnamen „Yaary & Scholl“.

Dass das Album nun eine gleichberechtigte Kooperation darstellt, ist daran zu erkennen, dass beide Musiker je fünf Stücke komponiert und eingespielt haben. Zudem sind die Stücke der Beiden in abwechselnder Reihenfolge hintereinander platziert. Obwohl die Stücke von Bernd gut ein Jahr später eingespielt wurden, ist dennoch kein Bruch im Album zu spüren, ganz im Gegenteil. Die neuen Stücke fügen sich perfekt in das Gesamtkonzept ein.

Der 5:41minütige Opener „Automata“ stammt von Erez Yaary. Ein herrlicher Synthierhythmus eröffnet diesen Track. Dem folgt ein treibender Beat, durchzogen von ungewöhnlichen, neuen Klangmustern und einer sehr schönen, eingängigen Melodie. Das geht schnell ins Ohr. Erez verbindet hier tolle Sounds zu eine modernen Track. Dem folgt dann nahtlos Bernd’s erster Track mit dem Titel „Inside Vector Field“. Ein pulsierender Beat und schnelle Pianotöne starten in diesen Track. Da hört man zunächst nicht den Moonbooter-Stil heraus. Vielmehr passt sich Bernd der Stimmung des ersten Tracks an. Erst nach gut zwei Minuten kommt dann ein typischer Moonbooter-Beat hinzu und verleiht dem Track Drive. Das Stück nimmt im Verlauf an Fahrt zu und zeigt sich gar in einem hymnischen, Soundtrack artigen Stil.

Streicherklänge sind dann zu Beginn des Stückes „Macroscopic Change“ von Erez zu hören. Das wirkt zunächst recht melancholisch, mit einem Bezug zur Klassik. Ab Minute vier kommt aber ein unwiderstehlicher Rhythmus auf, der zunächst monton dahin fließt und dann in einen Part übergeht, in dem sich die Streicher erneut hinzugesellen. Jetzt kommt das Ganze wie ein sehr melodischer Hans Zimmer-Soundtrack rüber.

Diesen orchestralen Ansatz übernimmt Bernd Scholl dann zunächst in seinen Track „Singular Homology“. Dem spendiert er dann einen sanften Rhythmus und herrliche Melodien. Hier kommt der Moonbooter-Stil dann deutlicher zum Tragen, ohne aber den Fluss des Albums zu unterbrechen. Auch dieser Track wirkt sehr orchestral.

Danach ist Erez wieder an der Reihe. Von ihm stammt das 4:53minütige „Major Seventh“, bei dem zunächst neben einigen Flächen zunächst auch wieder Streicher den Fokus setzen. Teils bedrohlich wirkende Synthiefarben schweben im Hintergrund auf denen dann eine sanfte Melodielinie gelegt wird. Zur Mitte hin vermischen sich perlende Klangmotive mit Sequenzerrhythmen und Melodiebögen. Das 5:50minütige „Nabla“ schließt klanglich direkt an. Bernd spielt hier eine eingängige Harmoniefolge und variiert das später durch weitere Rhythmus- und Klangstrukturen. Auf mich wirkt das wie ein Science Fiction-Soundtrack. Gedanklich kommen bei mir Szenen aus dem Film „Tron“ hoch.

Das 5:56minütige „Simplicial Complex“ von Erez bietet betörende Klänge die sanft durch den Raum ziehen. Das ist Musik bei der man die Gedanken fliegen lassen kann. Nach etwa einer Minute wird es dann rhythmischer, ohne dass das schwebende Element verloren geht. In der Mitte des Tracks wechselt dann die Stimmung mit einem Break, der von einem basslastigen Rhythmus und einer sehr eingängigen Melodie getragen wird.

Bei „Macroscopic Change Reprise“ hat Bernd dann auf Erez` Stück „Macroscopic Change“ aufgebaut. Während Erez eher klassisch beginnt, spielt Bernd mit perlenden, hellen Klangfarben, was dem Stück ebenfalls sehr gut zu Gesicht steht. Im zweiten Teil geht es dann auch bei Bernd rhythmischer in einer hymnischen Art zu.

Erez Yaary’s letzter Track „Uncertainty“ wird von einem pumpenden Beat bestimmt, der unter anderem auch an Kraftwerk erinnert. Das Gleiche gilt für die flächigen Sounds, die ebenfalls in die Richtung der Düsseldorfer gehen. Das verziert er dann aber mit eigenen Klangstrukturen und einer schönen Melodie. Ein gelungener Track.

Das „letzte Wort“ hat dann Bernd Scholl mit seinem Stück „Sunset At Delta Town“. In diesem 4:23minütigen Stück erzeugt Bernd Stimmungen, in dem er mit Flächen, in die er einige Effekte einstreut, arbeitet. Dabei tun sich vor dem geistigen Auge des Hörers unendliche Weiten auf.

Die israelisch/deutsche Kooperation von Erez Yaary und Bernd „Moonbooter“ Scholl mit dem Titel „Delta Evolution“ hat ein klasse Album hervorgebracht. Wenn man es in dieser Form hört, dann ist man sich sicher, dass es nur so komplett ist. Respekt an Bernd Scholl, dass er sich mit seinem Stil so eingebracht hat, dass „Delta Evolution“ so homogen geworden ist.

Stephan Schelle, Dezember 2020
http://musikzirkus-magazin.de/dateien/Pages/CD_Kritiken/-
elektronik/yaary_scholl_delta_evolution.htm...


Harald Nies - The Flow of Energy

08.04.2021
MusikZirkus
Nach „The Circle“ ist „The Flow Of Energy“ das zweite Album, das Harald Nies in 2020 veröffentlicht. Während die Musik auf „The Circle“ bereits in 2019 eingespielt wurde, entstand das Material auf „The Flow Of Energy“, das im Dezember herauskommt, in 2020. Das neueste Werk ist das mittlerweile 16. Album von Harald Nies.






Das Album enthält in der CDR-Fassung, nicht wie angegeben elf, sondern nur zehn Stücke. Das liegt daran. dass der Bonustrack „In Nature“ mit seinen 5:37 Minuten Spielzeit keinen Platz mehr auf dem Silberling fand und nur als Download bei mellowjet.com zur Verfügung steht. Da ich hier die CDR-Version bespreche, habe ich nur die zehn Tracks zur Verfügung.

Mit dem 8:41minütigen Stück „Feel The Flow“ beginnt das neueste Album von Harald Nies. Herrliche Flächen ziehen anfangs durch den Raum und bereiten bzw. nehmen den Hörer mit auf die mehr als einstündige musikalische Reise. Harald lässt die Sounds zunächst fließen und startet nach zweieinhalb Minuten den Sequenzer, die Reise beginnt nun. Der Track besitzt nun einen herrlichen Groove, auf den sich harmonische Flächen ausbreiten. Der Track nimmt von Minute zu Minute mehr an Fahrt auf und besitzt dann einen treibenden Beat. Harald variiert nun die Klänge und schichtet immer mehr auf, so dass ein hypnotischer Sog entsteht.

Nahtlos geht es dann in das nächste Stück, das 7:54minütige „Consumption“ über. Da hat Harald einen tollen Track eingespielt, der mit einer Melodie und klaren Sounds die Ohren öffnet. Sehr rhythmisch und melodiös zeigt sich dieser Track. Dem folgt ohne Unterbrechung das 7:11minütige „Transport Me“. Harald schichtet hier erneut einige Synthiepassagen übereinander und unterlegt dies mit einem ansprechenden Rhythmus. Nach nicht ganz zwei Minuten schält sich dann eine hinreißende Melodie mit tollen Akkorden heraus. Das ist Nies „at it’s best“. Von diesem Sound lasse ich mich gerne transportieren. Auch wenn es reine Elektronikmusik ist, so erkennt man doch Harald’s Rockhintergrund. Das zeigt sich dann auch im Gitarrensolo, das er in die Mitte des Stückes platziert hat. Hier verbindet er auf gekonnte Weise Elektronik mit Rockmusik.

Ruhiger geht es dann im nächsten Stück „Passage To Sedna“ zu. Mit diesem Stück, das sehr spacig angelegt ist, geht er thematisch zurück zu seinem 2005’er Album „Restart From Sedna“. In dem Stück hat er auch noch eine leichte Jazznote und eine sehr schöne Basspassage eingebunden. Etwas kraftvoller, jedoch immer noch recht beschaulich zeigt sich dann das folgende „Time Switch“. Harald erzeugt hier eine traumhafte Stimmung. Einen leichten AOR-Touch hat er in diesen wunderbaren Track zusätzlich eingebaut. Hier zeigt sich erneut, dass Harald seine Wurzeln im Rockbereich hat.

Pumpende Beats kommen dann in „Depletion Of Gravity“ auf, dessen Rhythmus sich im folgenden „Power Inside“ noch mal steigert und in technoide Gefilde vordringt. Der Track hat zu Recht seinen Namen und geht aber mal richtig ab. Dem setzt Harald dann als Krönung noch eine tolle Melodie auf. „Silent Impact“ mit seinem ruhigen Flair holt einen dann wieder runter. „Into The Light“ und „Run Away“ beschließen die CDR.

Harald Nies bietet auf seinem neuesten Werk „The Flow Of Energy“ erneut sehr melodische und songorientierte Elektronikmusik, die ein ums andere Mal mit sehr schönen, atmosphärischen Gitarrenparts durchzogen ist. Vor allem die tollen Melodien und die teils treibenden Rhythmen sorgen für beste Stimmung. Das zweite tolle Album von Harald in 2020.

Stephan Schelle, Dezember 2020
http://musikzirkus-magazin.de/dateien/Pages/CD_Kritiken/-
elektronik/harald_nies_the_flow_of_energy.htm...


Otarion - Prayer from the Deep

25.11.2020
Reviews

As with 'Extensive,' it's difficult to gauge a full album from just under six minutes of excerpts. Quite where the inspiration for 'Extensive' came from, only Rainer knows, but it's music by someone at the top of his game, unique in style and a masterpiece of the genre (whatever that is), in my opinion. I await the new album with great interest, when I can afford to buy a copy!

Nick K https://www.youtube.com/watch?v=9S1qZrQJjTA&feature=em-c-
omments
...


moonbooter - Beyond the Neon Lights

24.11.2020
Reviews
... Wer Anfang der 80er musikalisch "sozialisiert" wurde, für den ist "Beyond the Neon Lights" das richtige Album, um die Erinnerungen daran aufzufrischen: druckvoll, mitreissend und wie man es von Bernd Scholl gewohnt ist, perfekt produziert. Ein wohlmeinender Hinweis: wer beim Konsum dieses Albums auch die als Teenager bevorzugte authentische Lautstärke einstellt, könnte spontanen Besuch von Nachbarn bekommen, die dabei mit feiern wollen - und da sei im Moment der Corona vor...

Alfred Arnold, 11-2020, https://www.empulsiv.de/cdreviews/740-moonbooter-beyond-the--
neon-lights...


Otarion - Prayer from the Deep

24.11.2020
MusikZirkus
Im Herbst 2020 erscheint das neue Album von Rainer Klein aka Otarion. Es trägt den Titel „Prayer From The Deep“. Was zunächst auffällt ist wieder das tolle Coverartwork, das ein Segelschiff in stürmischer See zeigt. Ähnlich wie der Amerikaner Neal Morse so vertont auch Rainer Klein immer mal wieder biblische Themen. Das hat er bereits im Jahr 1997 mit seinem Album „Es werde Licht“ gezeigt. Auch das neue Album ist in diesem Kontext erscheinen.

Die Geschichte von „Prayer From The Deep“ dreht sich um die Geschichte des Propheten Jona, und seinem widerwilligem Verhalten, seinem Auftrag zu folgen. Musikalisch hat sich Rainer in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und präsentiert eine Mischung aus Elektronikmusik und Progressive- und Postrock. Dabei finden sich auf „Prayer From The Deep“ auch recht heftige Passagen, was auf die „stürmische“ Geschichte hindeutet. Und da passt natürlich auch das Cover von der stürmischen See sehr gut ins Konzept.

Die Hörgewohnheiten von Rainer haben sich auch auf seine letzten Alben ein wenig abgefärbt. So hat er, während er das 2018’er Album „Under Surface“ produzierte, unter anderem sehr gerne Anathema’s „The Optimist“ gehört und bei dem 2019’er Album „Extensive“ waren es verschiedene CD’s von Collapse Under the Empire, welche ihn inspiriert haben. Während der aktuellen Produktion hat er besonders Mono und Playgrounded im Player gehabt und die Progressiverock-Elemente sind unter anderem auf Gazpacho zurückzuführen, die ihn ebenfalls inspirieren.

Die CDR weist zehn Stücke mit Laufzeiten von 4:02 bis 9:05 Minuten Länge auf. Allerdings empfiehlt es sich das Album in einem Stück zu hören, da sie sehr kompakt zusammengefügt wurden und eine Einheit bilden, auch ohne nahtlos ineinander überzugehen.

Mit Soundeffekten (hört sich ein wenig nach Wasserrauschen an) und leicht düsteren Klängen startet Otarion im neunminütigen Opener „Son Of Amittai“ in das neue Album. Langsam entwickeln sich weitere, hellere Klangfarben, die dann an Dynamik gewinnen. Nach drei Minuten setzt Rainer dann erste akzentuierte Punkte durch die E-Gitarre, während sich synthetische Harmonien bilden, die dann wenige Momente später in eine unverkennbare Otarion-Melodie mit leichtem Schlagwerk übergehen. Das hat bereits ein leichtes Flair von Postrock/Elektronik. Die Musik steigert sich im weiteren Verlauf immer mehr und sorgt durch das Schlagzeug und die Gitarren für einen druckvollen Part. Rainer schafft es den Hörer durch die leicht ansteigende Dynamik in einen hypnotischen Sog zu ziehen. Das ist wirklich klasse gemacht.

Auch das folgende „The Order“ beginnt zunächst sehr ruhig und die Harmonien lassen einen die Weite des Meeres spüren. Dann setzen nach anderthalb Minuten sehr schöne Harmonien ein, die sich in eine verträumte Melodielinie wandelt und nach wenigen Momenten durch das Schlagzeug wieder einen rockigen Touch bekommt. Hier trifft vor allem Elektronik auf Progressiverock. Auch in diesem Stück spielt Rainer mit der Dynamik, denn die nimmt im Verlauf immer weiter zu, um am Ende ruhig auszuklingen. In diesem Stil ist das komplette Album aufgebaut. Rainer schafft es immer wieder herrliche Melodien mit teils schwebenden, dann wiederum recht druckvollen Passagen zu kombinieren.

Der Beginn von „Towards Jafo“ zeigt zu Beginn leicht sakrale Klänge und wechselt dann in eine verträumte Passage, die unter die Haut geht. Auch wenn Rainer wieder zwischendurch die Dynamik etwas hochschraubt, zeigt sich dieser Track doch von einer eher ruhigen Seite. In „The Residence Of Nimrod“ zündet Rainer dann aber wieder ein rhythmisches Feuerwerk. Das abschließende „Salvation From The Lord“ ist dann ein Track, bei dem Percussion und Schlagzeug außen vor bleiben. Schwebende Flächen, gelegentliche Pianotupfer, leichte Gitarrenlicks und sakrale Chöre bestimmen hier dann das Bild.

Die Geschichte von „Prayer From The Deep“ soll auf dem nächsten Otarion-Album „No Time Was Lost“ fortgeführt werden. Dann soll es aber nicht so druckvoll, sondern ruhiger zugehen.
Rainer Klein, der als Otarion firmiert, entwickelt sich von Album zu Album kontinuierlich weiter. Hat er als reiner Elektronikmusiker begonnen, so sind seine aktuellen Alben aus einer Mischung von Elektronik- und Rockmusik aufgebaut. Dabei haben auf dem aktuellen Album „Prayer From The Deep“ neben Progressive Rock auch Postrock-Elemente den Weg in seine Musik gefunden. Eine sehr gelungene Mischung, die Rainer da zusammengebraut hat. Klasse Album.
Stephan Schelle, November 2020...





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