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MellowJet on Bandcamp

Bewertungen

Otarion - Under Surface

18.06.2018
MusikZirkus
Im Frühjahr 2018 erscheint das mittlerweile sechste Otarion-Album beim deutschen Label MellowJet Records. Zuvor veröffentlichte Rainer Klein, der sich hinter dem Pseudonym verbirgt, schon einige Alben bei anderen Labeln. Aber vor allem in den letzten Jahren hat sich Rainer’s Musikstil, der nicht nur traditionelle Elektronikmusik beinhaltet sondern auch Progressiverock oder Soundtrack artige Elemente in seine Musik einbaut, stetig entwickelt. Seine bisherigen bei MellowJet Records erschienenen Werke sind von hoher Qualität und auch sein neuester Output, der den Titel „Unter Surface“ trägt, steht dem in Nichts nach.






Rainer schreibt in dem Booklet über sein neues Album:
Zu dem unverkennbaren Otarion-Stil gesellt sich dieses Mal eine gehörige Portion Postrock. Dies steigert das Empfinden, in eine Welt aus Emotionen einzutauchen. Melancholisch und zugleich hoffnungsvoll wird hier ein wunderschöner Spannungsbogen gehalten. Eine Atmosphäre aus Vertrautheit und Unbekanntem verwebt sich mit Otarion’s Stücken und erzählt so eine Geschichte aus Erinnerungen und Gedanken, welche in jedem Hörer des Albums persönlich zum Leben erweckt wird.

Der Albumtitel, den man sinngemäß als „unter der Oberfläche“ übersetzen kann, weist darauf hin, dass es sich bei dem neuen Werk um ein sehr persönliches Werk von Rainer Klein handelt. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Fotos im Booklet, das alte Aufnahmen zeigt, auf denen Rainer vermutlich als kleines Kind zu sehen ist.

Mit dem 3:47minütigen „Prelude“ leitet Otarion in sein neues Album ein. Es knistert zunächst wie bei einer Vinylscheibe und eine melancholische, zarte Pianomelodie erklingt dazu. Nach einer Minute setzen dann eine weibliche Stimme und eine Art Cellosound ein um diese Melancholie noch zu verstärken. Nach einer weiteren Minute öffnen sich die Sounds, wechseln zu einer Art Orgel und es kommt ein weit entferntes Stimmgewirr hinzu und man hat das Gefühl in die Erinnerungen von Rainer Klein hineingezogen zu werden. Nahtlos geht es in den ersten Track „Behind The Doors“ über, das passend mit Schritten und dem Öffnen sowie Schließen einer Tür atmosphärisch beginnt. Es erklingt eine Kombination aus weiblicher Stimme und Streichinstrument, kombiniert mit Orgelklängen und zieht einen schon zu diesem Zeitpunkt tief in die Otarionklangwelten hinein. Nach gut zwei Minuten kommen Rhythmus und Gitarrenklänge auf und die Stimmung wird auf eine neue Ebene gehoben die ab Minute Drei rockige Elemente mit einbaut. Das ist absolut faszinierend und fesselnd.

Das ganze Album ist sehr homogen und komplex aufgebaut, so dass man es im Ganzen hören sollte. So wirkt beispielsweise das 2:19minütige „The Abandoned Place“ wie ein atmosphärischer, Soundtrack artiger Übergang zwischen den Stücken „Behind The Doors“ und dem Titelstück, das mit Glockenschlägen beginnt, dazu einige surrealistische Sounds einwebt und nach gut 45 Sekunden an Fahrt aufnimmt. Hier entwickelt sich ein toller Track mit Sequenzerlinien, Percussion, Arpeggios, verzerrten Streichersounds und herrlichen Flächen um dann wieder in einen von E-Gitarren durchzogenen rockig-loungig-elektronischen Part überzugehen. Das ist perfekt gemacht und stellt eine homogene Verbindung aus Elektronik und Rock dar, ohne dass eine der beiden Seiten zu dominant wirkt. Otarion entwickelt diesen Elfminüter weiter und ändert im Verlauf Struktur, Melodie, Dynamik und Rhythmus.

„Refractions“ zeigt sich von einer Intensität wie es Sigor Ros vermögen und vermischt das dann noch mit einem sanften Rockpart, der mich teilweise im weitesten Sinne an sanfte/hypnotische Songs von Crippled Black Phoenix erinnern.

Die Kombination aus perlenden, atmosphärischen Gitarren- und Synthieklängen vernebelt einem in „A Different Way“ dagegen förmlich die Sinne um im weiteren Verlauf in einen rhythmischen, treibenden Track zu münden. Es folgen weitere vier Tracks, die diese Qualitäten fortsetzen.

Rainer Klein aka Otarion hat es mit seinem neuen Album „Under Surface“ mal wieder geschafft Stücke mit hohem Suchtfaktor einzuspielen. Man ist bei diesem Album von der ersten Sekunde an gefangen und wird bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Ein tolles Album, das sowohl für Elektronikfans als auch für Freunde des atmosphärischen Artrock geeignet ist....


Harald Nies - Axial

18.06.2018
MusikZirkus
Nach seinem letzten Album „Tales Of Light“ hat der Gitarrist und Keyboarder Harald Nies im Frühjahr 2018 einen Nachfolger unter dem Titel „Axial“ veröffentlicht. Auf seinen Produktionen lässt Harald elektronische Musik mit Gitarrensounds verschmelzen, was manchmal zu rockigen Passagen führt. Laut Pressetext erwarten die Hörer fließende Passagen, Spacerock und verträumte Elektronik, die sich gekonnt abwechseln.






Acht Stücke sind auf der CD zu finden, deren Laufzeiten zwischen 5:33 und 14:47 Minuten liegen. Die CD beginnt mit dem atmosphärischen „Inorganic“. Pulsierende Synthies eröffnen den Track auf den sich dann Flächen legen, die sanft durch den Raum ziehen. Locker/leicht fließt die Musik dahin, bis Harald nach zwei Minuten eine Rhythmussequenz startet und eine herrliche Melodielinie einfügt. In den 8:29 Minuten, die das Stück dauert, entwickelt Harald es immer weiter und ergänzt Klänge und Harmonien. Dieser erste Track ist sehr elektronisch angelegt, der Einsatz einer Gitarre ist für mich dabei nicht zu erkennen.

Es folgt das 6:20minütige „Islands Nights“, das mit sehr eingängigem Rhythmus und Melodiebogen bestückt ist. Wabernde Synthies und eine liebliche Melodie gehen dabei eine Liaison ein, die im weiteren Verlauf durch eine weibliche Stimme ergänzt wird. Damit schrammt Harald aus meiner Sicht aber so ein bisschen am Grat zur Belanglosigkeit.

„Roadshop“ ist mit 14:47 Minuten der längste Track des Albums und beginnt mit recht spacigen Klangfarben und -formationen. Das wirkt anfangs auch wie ein synthetisches Windspiel, aus dem sich Synthieflächen erheben. Nach ca. einer Minute kommen dann ein Sequenzerrhythmus und nach einer weiteren Minute ein leicht stampfender Beat (wie bei einer Dampflok) auf, der sich mit einer Melodie vereint. Hier stimmen Rhythmus und Melodie. Nach etwa sechseinhalb Minuten ändert sich das Bild schlagartig und ein rockiger Schlagzeugrhythmus, so wie man ihn auch von Harold van der Heijden her kennt, setzt ein. Darauf platziert Harald dann eine kratzige Gitarre, die dem Ganzen nun auch eine leichte Rocknote verleiht. Im letzten Drittel lässt Harald dann aber seine Gitarre singen und das Hauptmotiv übernehmen. Gerade in diesen Passagen zeigt sich Harald von seiner besten Seite.

Ruhiger geht es dann zunächst in „Escape From Earth“ zu, denn hier kommen wieder Flächen auf und ein Tangerine Dream artiger Rhythmus schält sich zunächst aus dem Off, um kurz darauf in einen hymnischen Track überzugehen. Das dringt sofort ins Ohr ein. In dieses Stück webt Harald dann auch noch ein paar nostalgische Klangfarben, die nach Mellotron klingen. Er verbindet hier moderne mit traditionellen Klängen und versteht es den Track stetig voranzutreiben.

Ein leichter Folk- bzw. Weltmusik-Touch kommt dann in „View From The Hill“ auf, in das Harald auch einige gesprochene Passagen eingebunden hat. Ein sehr schöner, relaxter Track, bei dem man sich die Aussicht von einem Hügel über weite Landschaften vorstellen kann. „Let’s Jam“ zeigt sich als Stück, bei dem Harald einfach drauf los gespielt zu haben scheint, ohne das die Struktur verloren geht. Ein eingängiger Track mit einigen Strukturwechseln, der aber richtig Spaß macht und im Verlauf eine hinreißende Melodielinie bereithält.

Etwas düsterer geht es dann zu Beginn in „Dark Fever“ zu, was sich aber schon nach wenigen Momenten ändert. Hier greift Harald dann auch wieder zur E-Gitarre um seine unverwechselbaren Licks zu spielen. Eine gelungene Kombination zwischen atmosphärischem Rock und Elektronikmusik. Den Abschluss bildet dann das durch Fagott artige Sounds sowie der eingesetzten Soundeffekte ungewöhnliche Titelstück. Es wandelt zwischen symphonischer Musik und stimmungsbildender Elektronik.

Harald Nies hat mit „Axial“ ein neues Album auf den Markt gebracht, das unterschiedliche Stimmungsbilder und Klangfarben enthält. Fließende, flächenartige Passagen wechseln sich dabei mit spacigen und verträumten Parts ab. Harald setzt dabei seine E-Gitarre eher spartanisch ein. Wenn sie dann aber zu hören ist, dann trifft er aber genau den richtigen Ton (für mich das Salz in der Suppe seiner Stücke).

Stephan Schelle, April 2018...


moonbooter vs Otarion - Live Muenster 2016

08.09.2017
MusikZirkus
Bernd Scholl aka Moonbooter scheint Spaß daran gefunden zu haben, mit Künstlern seines Labels gemeinsam im Planetarium Münster live aufzutreten. Nach Moonbooter Vs. Wellenfeld (ein Konzert der beiden Acts aus 2015) erscheint Anfang 2017 ein weiteres Album, bei dem Bernd Scholl mit einem Musiker in ein sportlich/musikalisches Gefecht geht. Diese Mal ist es der Elektronikmusiker Rainer Klein (aka Otarion), mit dem Bernd in die Manage gegangen ist. Am 10.09.2016 traten die beiden Musiker im Planetarium Münster auf.






Wie schon bei Moonbooter Vs. Wellenfeld so haben auch Moonbooter und Otarion bei ihrem Konzert ihre Musik gemeinsam gespielt und abwechselnd präsentiert. Der Hauptteil des Sets bestand aus Stücken von Moonbooters Album „Cosmoharmonics“ und Otarions 2016’er Werk „Constellations And The Red Thread“.

Im Vergleich zu dem 2015’er Konzert zeigte sich, dass die Musik von Moonbooter und Wellenfeld nicht weit auseinander liegt und daher das Set klang wie aus einem Guss. Bei Otarion ist es etwas anders, denn sein letztes Album, aus dem hier vier Stücke stammen, ist rockiger angelegt als die Musik von Moonbooter. Erstaunlicherweise funktionieren die ausgewählten Tracks aber dennoch recht gut miteinander, obwohl ein Unterschied zwischen dem ersten Otarion Stück („Follow The Thread“) und dem sich direkt anschließenden Moonbooter-Titel („Drop“) schon zu erkennen ist. Während des weiteren Verlaufs verschwimmen die Grenzen allerdings und es entwickelt sich ein homogener Ablauf.

Die leicht rockigen Tracks von Otarion von seinem Album „Constellations And The Red Thread“ ((„Follow The Thread“, „Inspired“,“The Mysterious” und „Reverberation”) wechseln sich mit teils druckvollen Tracks von Moonbooters Album „Cosmoharmonics“ („Drop“,„Simply Ethereal”, „The Greatest Mystery” und „Earth Two”) ab.

Neben diesen Stücken gibt es zum Abschluss dann noch mit „Unpublished” ein von Otarion bisher unveröffentlichtes Stück und mit „Like Angels“ einen Track von Moonbooters „Cosmophonica“-Album zu hören.

Auch die Kombination von Moonbooter und Otarion ist äußerst gelungen, was die CDR „Live Münster 2016“ eindrucksvoll beweist. Ein schönes Werk, das den Auftritt der beiden Musiker dokumentiert. Mit einigen Zuschauerreaktionen wird dann auch die Liveatmosphäre widergespiegelt. Wer die Musik der bedien mag, der kommt mit dieser CDR und den gebotenen Versionen voll auf seine Kosten.

Stephan Schelle, Januar 2017...


Vanderson - Beyond Time Structure

08.09.2017
MusikZirkus
Nachdem der polnische Elektronikmusiker Maciej Wiezchowski, der unter dem Namen Vanderson firmiert, 2016 seine letztes Album „Vandisphere“ beim SynGate Label veröffentlichte, ist er für sein neues Werk wieder zu MellowJet Records (sein zweites bei diesem Label) zurückgekehrt. Das neue Album hat er „Beyond Time Structure“ betitelt und besticht zunächst durch ein sehr ansprechendes Coverartwork. Die sieben Stücke der CD variieren in der Laufzeit zwischen 6:38 und 13:53 Minuten.






Schon der elfminütige Opener „Children Of Andromeda“ weiß auf voller Länge zu überzeugen, denn Rhythmus, Klangfarben und Melodieführung nehmen sofort gefangen. Nach einem etwas verhaltenen Beginn aus sich langsam aufbauenden Flächen entwickelt sich nach etwas mehr als einer Minute ein toller Track mit pumpendem Beat. Dieser erste Track übt auf mich – trotz seines stoischen Rhythmus und der sich nur zaghaft verändernden Strukturen - schon eine ungeheure Faszination aus. Unterbrochen wird der Track durch sanfte Flächen und Akustikgitarrensounds die ein mediterranes Flair verströmen. Das hat etwas sehr betörendes an sich, dem man sich kaum entziehen kann.

Im nachfolgenden achtminütigen „Outer Space“ knallt er dem Hörer einen fetten Beat um die Ohren. Auf diesen setzt er dann nach etwas mehr als zwei Minuten treibende Harmonien, die zusammen eine tanzbare, hypnotische Mischung ergeben. Wow, das haut einen mächtig weg, auch wenn es an Melodien fehlt. Es ist ein Rausch der Sinne, der sich vor dem Ohr des Hörers ausbreitet.

Auch das siebenminütige „Reality“ besticht durch einen fetten Beat, der durch Harmonien ergänzt wird, die an Musik der Marke Schiller erinnert. Allerding schafft es Vanderson diesem Stück durch den dynamischen Rhythmus und einige sehr schöne Sounds dem Track seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Dem stehen im fast 14minütigen „Underwater World“ zunächst einige sphärische Sounds gegenüber, die den Hörer in die Tiefen der Weltmeere entführen. Aber auch diesem Stück spendiert der polnische Musiker nach wenigen Momenten einen fetten, basslastigen Rhythmus, der eine hypnotische Wirkung beim Hörer auslöst. Dem stellt er eingängige Harmonien und Melodiebögen gegenüber, so dass der Track auch über die volle Länge seinen Spannungsbogen behält.

Das achtminütige „Invisible Contact“ beginnt mit sanften Flächen, die durch den Raum ziehen, um nach wenigen Momenten ebenfalls in einen von pulsierenden Rhythmen dominierten Part überzugehen. Vanderson schafft es auch in diesem Stück – wie auch in den restlichen Tracks – hypnotische, pulsierende Rhythmen mit luftig leichten Harmonien und Melodien zu vereinen.

Mit dem kürzesten Track des Albums, „Sense“ (6:38 Minuten Spielzeit), das in die gleiche rhythmische Kerbe wie die vorangegangenen Stücke schlägt, sowie dem neunminütigen, etwas spacigen „Time Travellers“ endet dann die CD.

Mit seinem neuen Album „Beyond Time Structure“ ist dem polnischen Elektronikmusiker Maciej Wiezchowski aka Vanderson ein sehr rhythmisches Werk gelungen, das auf den Hörer eine hypnotische Wirkung ausübt. Klanglich befindet sich die Veröffentlichung in Form einer CDR ebenfalls auf höchstem Niveau, so dass Freunde der rhythmischen, melodischen Elektronikmusik voll auf ihre Kosten kommen. Bei mir wird diese CD jedenfalls noch einige Runden im Player drehen (am besten mit voll aufgedrehter Lautstärke).

Stephan Schelle, Mai 2017...


Wellenfeld - Ten

08.09.2017
MusikZirkus
Schlicht „Ten“ hat das Duo Andreas Braun und Detlef Dominiczak, das unter dem Namen Wellenfeld elektronische Musik veröffentlicht, ihr mittlerweile zehntes Album betitelt (Anmerkung: gleichzeitig feiert das deutsche Label MellowJet Records sein zehnjähriges Bestehen). Die beiden Musiker, die unter anderem von Bands wie Depeche Mode beeinflusst wurden, präsentieren wieder acht Tracks in ihrem eigenen Stil auf dem aktuellen Album, das Ende April 2017 bei MellowJet Records als CDR erschienen ist. Ihre zuvor erwähnten musikalischen Vorbilder blieben dabei aber unberücksichtigt.






Acht Stücke mit Laufzeiten zwischen 5:38 und 12:34 Minuten finden sich auf der CDR, die den typischen Wellenfeld-Sound projizieren, der von Sequenzerrhythmen bestimmt wird.

Wellenfeld haben die Geschwindigkeit des Sequenzer-Taktes gegenüber ihrem vor zwei Jahren veröffentlichten Werk „Elements“ eine Spur heruntergefahren, denn die neuen Stücke wirken etwas getragener und ruhiger als auf dem Vorgänger. Das zeigt sich auch schon auf dem eröffnenden 5:38minütigen „Reflections“. Langsam kommen zunächst Flächen auf, die nach 30 Sekunden einen Rhythmus aus dem Sequenzer und dem Synthie erhalten, die mich an John Carpenter’s Soundtracks erinnern. Sobald aber die Melodie einsetzt weiß der Kenner, das sind Wellenfeld. Der Track besticht durch eine sehr schöne Melodie.

Im zehnminütigen „Warm Satruate“ kommt dann eine Spur Synthiepop ins Spiel, was vor allem am Rhythmus liegt. Neben diesem macht die hinreißende Melodie dieses Stück zu einem der Highlights des Albums. Das 7:28minütige „Secret Island“ glänzt durch seine außergewöhnliche Rhythmik, auf die Andreas und Detlef dann wieder eine eingängige Melodie setzen, während im Hintergrund die mystischen Sounds dahinfließen.

„Ring Of Saturn 2“ ist die Fortsetzung des auf dem 2006’er Album „Trip To Illusion“ enthaltenen „Ring Of Saturn“. Stimmungsmäßig knüpft es an den Vorgänger an ohne ihn zu kopieren. Sphärisch startet das Duo in den Track „Lo-Fi System“, das eine Spur „Berliner Schule“ aufweist bzw. auch die Nähe zu britischen Acts wie Redshift aufzeigt und mit der eigenen Handschrift kombiniert wird.

Das 12:34minütige „Timecode“ ist ein zunächst schwebender, einfühlsamer Track, der nach gut drei Minuten Fahrt aufnimmt und sich immer weiter steigert. Ein typischer Wellenfeld-Track. Dem schließen sich noch das perlende und von herrlichen Mellotron artigen Sounds bestimmte „Vacuum“ und das mit vertrackt angelegten Rhythmen und hellen Klangfarben dominierte „Nimbus“ an.

Auch mit dem zehnten Album sind sich Wellenfeld treu geblieben und bieten genau das, was man von ihnen erwartet. Allerdings haben sie zum Vorgänger ein wenig den Druck rausgenommen und die Sequenzer eine Spur sanfter getaktet. Das steht aber nicht im Widerspruch zu ihrem Sound, den sie wie gewohnt perfekt auf CDR gebrannt haben. Wer ihre Musik mag, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

Stephan Schelle, Mai 2017...


Otarion - Decide

08.09.2017
MusikZirkus
Rainer Klein kennt man seit 1997 in der Elektronikszene als Otarion. Seit 2013 veröffentlicht er seine Musik beim deutschen Label MellowJet Records. „Decide“, das im Sommer 2017 herauskommt, ist das mittlerweile fünfte Album auf diesem Label. Das neueste Werk trägt auf der Rückseite der Hülle den Vermerk „file under: Soundtrack“ und damit liegt das Label richtig, denn Rainer Klein hat seine neun Stücke so aufgebaut, dass sie sich perfekt für die Untermalung von Filmen eignet.






Rainer schreibt im Booklet zu seiner Musik folgendes:
Die persönliche Stimmung, Intuition und Inspiration prägen am Ende das Ergebnis meiner Kompositionen, welche meist Genreübergreifend sind. Wohin die musikalische Reise gehen soll, und welches Stück es auf mein nächstes Album schafft, das entscheide ich aber sehr bewusst. Kraftvolle Musik mit Gefühl, Seele und eigener Persönlichkeit.

Denn so vielfältig wie das Leben, ist auch die Welt der Musik. Deshalb muss ein neues Album auch ein neues Hörerlebnis offenbaren. Diese persönliche Vorstellung ist das Fundament meines musikalischen Schaffens.

Und in der Tat hat er wieder monumentale Elektronikmusik geschaffen die mit weiteren musikalischen Stilelementen verknüpft wurden. Verträumte Melodien treffen hier auf monumentale/hymnische Passagen um dann wiederum mit rockigen Zutaten gewürzt zu werden. Auch mischt er in seinen Tracks elektronische Klangerzeuger mit Naturinstrumenten. Das macht „Decide“ zu einem abwechslungsreichen und spannenden Album. Otarion führt damit den Weg, den er auf seinen letzten Alben eingeschlagen hat, konsequent fort.

Das 9:41minütige „Each Other“ eröffnet den Reigen der neun Tracks auf dem Album und zeigt sich auch von einer Soundtrack artigen Struktur. Hymnische Sounds die zwischen traditioneller Elektronik und sphärischem Artrock pendeln sind zunächst zu hören. Dann setzt ein kraftvoller Rhythmus ein, der dem Stück ordentlich Drive verleiht um im nächsten Moment in eine andere Richtung zu laufen. Da kommen dann im weiteren Verlauf auch pumpende Beats mit rockigen Gitarre auf. In diesem Opener zeigt sich schon der abwechslungsreiche Stil, den Otarion in seinen Stücken aufbaut.

Mit Gitarrenklängen startet „Considered“. Hier werden atmosphärische, leicht in den sphärischen Artrock driftende Harmonien aufgebaut und im weiteren Verlauf mit einem sehr filigranen Rhythmus versehen, zudem sich u. a. eine verträumte Synthiemelodie gesellt. „Contemplate“ verfügt dagegen über den Spirit, den auch MorPheuSz oder Ron Boots & Friends versprühen, während „Varied“ mit tanzbaren Passagen aufwarten kann. Dem folgt dann mit dem 12:15 Minuten langen „Unpublished“ der längste Track des Albums. Leicht spacig beginnt dieses Stück um dann nach ca. zwei Minuten in einen verträumten Part überzugehen. Otarion fügt im Verlauf immer mehr Instrumente bzw. Sounds hinzu und lässt dieses Stück zwischen ruhigen teils ambienten/loungigen und sphärisch/rockigen Passagen (mit E-Gitarre) wandeln. Leicht technoide Züge mit Vocoder verfremdeter Stimme und herrlich eingängiger Melodieführung und sanften Passagen weist dagegen „Seven Chapters“ auf.

Monumentales, Soundtrack artiges Flair versprüht dagegen „Behold“, das im weiteren Verlauf sehr rockige Züge annimmt, sobald der Schlagzeugrhythmus einsetzt. Mit außergewöhnlicher Rhythmik, verknüpft mit wunderbaren Harmonien beginnt „Decisived“ um nach wenigen Momenten in einen unwiderstehlichen, technoartigen Part überzugehen. Das Stück steigert sich immer weiter. Den Abschluss bildet dann das verträumte 7:44minütige „Alternate“ in das Otarion auch wieder einige sehr schöne Gitarrenparts eingebaut hat und das sich im Verlauf rhythmisch steigert (eine Spur Tangerine Dream ist hier auch auszumachen).

Mit „Decide“ hat Rainer Klein aka Otarion wieder ein sehr anspruchsvolles und tolles Album herausgebracht, das die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Musikrichtungen – auch wenn es sich hauptsächlich in der instrumentalen Elektronikmusik bewegt - aufhebt. In jeder Faser ist dieses Werk spannend und elektrisierend, denn sobald man sich auf eine Passage eingestellt hat, wechselt Otarion seinen Track ein ums andere Mal in eine andere Richtung. Tolles Werk !!!!

Stephan Schelle, Juni 2017...





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