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MellowJet LIVE

wellenvorm, BatteryDead & moonbooter LIVE

25. November 2017  19:30

Planetarium Münster

 

 

 

MellowJet LIVE

wellenvorm - electronic landscapes

27. Oktober 2017 20:00

Nazarethkirche in München

 

 

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Bewertungen



Seifert & Steinbüchel - Softlock (2-CDR Edition)

25.02.2017
MusikZirkus M.
Der Tontechniker, Sounddesigner und Musiker Erik Seifert hat zusammen mit Josef Steinbüchel ein Album mit elektronischer Spacemusik herausgebracht, das über verschiedene die Download-Plattformen wie itunes erhältlich ist. In einer limitierten Auflage ist dieses Album auch auf einem sehr schön gemachten USB-Stick zu bekommen. Dieser lag mit zur Besprechung vor. Erik hatte schon auf dem Album „Poles“ mit Josef Steinbüchel zusammengearbeitet, bei dem auch Max „Maxxess“ Schiefele beteiligt war. „Softlock“ ist aber ein Gemeinschaftsprojekt des Duos Seifert und Steinbüchel.





Erik und Josef schreiben zur Zusammenarbeit und dem Konzept hinter „Softlock“ im Booklet: In der Regel komponieren und entwickeln wir unsere Titel getrennt voneinander am Rechner. Im so genannten Mehrspurverfahren wird jedes musikalische Event separat auf entsprechend viele Audiospuren aufgenommen. Diese recht ausgefeilten Grundgerüste werden dann dem Musikpartner vorgestellt und dann gemeinsam Ausproduziert. Am Ende werden die vielen Spuren mit ihren verschiedenen Lautstärken und Frequenzen auf die endgültige Stereospur heruntergemischt. Dieses Musikprojekt sollte sich in der Produktionsweise deutlich von unserer bisherigen Methode unterscheiden, indem wir in der Kompositionsphase mehr auf gemeinsame Improvisationen setzten. Wir versuchten in Jam-Sessions die Musik mehr oder weniger in einem Durchgang und mit dem unmittelbaren Gefühl das im freien Zusammenspiel entstand auf einer Stereospur einzufangen. Live wie bei einem Konzert. Das hat natürlich nicht immer auf Anhieb geklappt. Trotzdem vermieden wir unsere klassische Produktionsweise und spielten manche Titel dann einfach mehrfach ein. Technisch vielleicht nicht perfekt, aber mit dem richtigen Vibe, glauben wir unser musikalisches Ergebnis mit dieser Vorgehensweise einen deutlichen Schritt voran getrieben zu haben.

Herausgekommen ist wieder wunderbare elektronische Spacemusik, von der sich die Besucher der Schallwelle-Preisverleihung Ende März 2014 live überzeugen konnten. Im Planetarium Bochum stellten Seifert und Steinbüchel auszugsweise ihr Album live vor.

Schwebende, teils rhythmische und immer sehr harmonische bzw. melodiöse Stücke haben die beiden zu einem Konzeptwerk zusammengefügt, denn die Stücke gehen ineinander über und sind als Ganzes zu betrachten. Aus diesem Grund macht es auch keinen Sinn ein einzelnes Stück hervorzuheben oder zu beschreiben. Spacige Passagen mit weiten Flächen wechseln sich mit melodischen Teilen ab. Immer wirkt das Ganze aber sehr homogen und flüssig gespielt. Das die beiden die Stücke live eingespielt haben lässt die Produktion darüber hinaus wie aus einem Guss wirken.

Seifert und Steinbüchel mischen in den Stücken immer mal wieder nostalgische Klänge wie zu, Beispiel vom Mellotron, mit modernen Sounds. Der Klang des Werkes ist dabei aber immer von sehr hoher Qualität, so wie es auch die bisherigen Veröffentlichungen von Erik Seifert waren. Die Musik kommt daher mit einer hohen Dynamik und Transparenz aus den Boxen.

Auf dem USB-Stick befindet sich das Album im WAV- und MP3-Format. Daneben gibt es noch reichlich Bonusmaterial wie ein ausdruckbares Booklet (im pdf-Format), Videos und weiteres mehr.

Mit „Softlock“ ist den beiden Musikern Erik Seifert und Josef Steinbüchel ein tolles Elektronikalbum gelungen, das ganz in der Tradition der Soloveröffentlichungen von Erik Seifert steht. Klanglich auf höchstem Niveau haben die beiden elektronische Spacemusik geschaffen, die nicht nur durch die hohe Transparenz und Dynamik fesselt. Auch die Harmonien und Melodien sowie Rhythmen sind perfekt ausgearbeitet und lassen in eine ganz andere Welt eintauchen. Ein tolles Album, auch wenn es nur als Download erhältlich ist.

Stephan Schelle, April 2014...


Faber - Ways

25.02.2017
MusikZirkus M.
Elektronikmusiker tüfteln gerne an Klängen und Rhythmen herum und lassen sich so zu neuen Stücken inspirieren. Auch der Einsatz neuer Synthesizer und Keyboards bzw. neuer Software führt zu diesen Ergebnissen. Auf Roland Schmidt, der sich als Pseudonym Faber ausgewählt hat, trifft dies ebenfalls zu. Das Ergebnis auf seinem neuesten Album „Ways“ ist durch das Entdecken neuer Synthesizer und Klangalgorithmen entstanden.





Der Pressetext erklärt zum neuen Werk: Wie auch bei seinen früheren Alben verbinden sich Elemente der klassischen EM mit neuen Ideen und Technologien und lassen so die Faber-typischen Klangwelten entstehen. Das Ergebnis ist immer ein bisschen verspielt. Faber´s „Ways“ überrascht auch mit Referenzen an den Swing und auch den Sound der Kirchenorgel hat er entdeckt und für sich genutzt. Somit betritt er nun auch bisher unangetastete Genres. Das macht neugierig, also CD in den Player und los geht es.

Die CD beginnt mit „Longing Theme“, in dem Faber zunächst Sounds wie auf einer Kirchenorgel gespielt, in den Äther schickt. Das klingt erhaben und voluminös. Nach einem gut einminütigen Intro kommen aber andere Klangfarben und -muster auf, die das Stück nun in Richtung Soundtrack mit leichtem Vangelis-Touch bringen. Eine sanfte Synthienummer, die erhaben bleibt und bei der ich mir einen Flug über weite Landschaften wie verschneite Berggipfel sehr gut vorstellen kann.

Perlende Synthieklänge erwarten den Hörer dann im zweiten Stück „Autumn Breeze“. Und wie eine sanfte Herbstbrise weht auch das Stück zunächst durch den Raum. Sehr melodisch und mit Synthiechören, die mich gedanklich über weite kaukasische Landschaften tragen, führt Faber das Stück fort. Dabei kombiniert er verschiedenste Klangfarben und Sounds.

In „Travel The World“ verzaubert er den Hörer durch eine sehr einschmeichelnde Melodie und bezaubernde - manchmal fernöstlich wirkende - Klänge, während er in „Lost Childhood“ eine verträumte Melodie u. a. auf dem Piano spielt und das Ganze mit einigen Geräuschen spielender Kinder untermauert.

„Berlin 1984“ ist nicht etwa ein Stück, das der „Berliner Schule“ frönt, auch wenn es zunächst mit einigen herrlichen Synthieflächen beginnt. Faber macht daraus ebenfalls einen melodischen/rhythmischen Track. Ganz aus der Reihe fällt dann „Midnight Swing“, bei dem - der Titel verrät es schon - Swing und Jazz im Vordergrund stehen. Man würde dieses Stück, wenn man es im Radio hört nicht unbedingt einem Elektronikact zuordnen. Schlagzeug (mit Besen gespielt) und der Bass klingen, als wäre ein Band am Werk. Das ist aber der einzige Track, der aus der Rolle fällt. Er zeigt aber die Vielfältigkeit, die Faber in der Lage ist zu spielen bzw. zu interpretieren. In „Longing For You“ geht es dann wieder elektronisch zu.

Ganz vom Piano bestimmt (später kommen noch einige Streichersounds hinzu) ist das Stück „Blue Hour“, das ich mir gut in einer Hotelbar zur blauen Stunde vorstellen kann. Am Anfang von „Solitude“ glaubt man durch den Einsatz des Basses, Faber würde erneut Swing und Jazz interpretieren. Doch schon nach wenigen Momenten kommen die Synthies auf und später auch Mellotronsounds. Wie in kaum einem anderen Stück des Albums verbindet Faber hier nostalgische und moderne Klangerzeuger bzw. deren Sounds. Auch Gitarrenklänge kommen zum Einsatz und streuen eine sanfte Prise Rock ein. Das hat was absolut magisches.

„Berliner Schule“-Flair kommt dann im Stück „New Ways“ auf. Jedoch verwebt Faber dieses mit modernen Klängen, so dass etwas gänzlich Neues entsteht, neue Wege halt. „Longing Reprise“ nimmt das Sakrale vom Opener noch einmal auf und so ist auch hier die Kirchenorgel wieder zu hören. Ein gelungener Abschluss.

Aber halt, da gibt es noch einen Bonustrack mit dem Titel „Asiania“. Dieser versprüht zunächst so eine Stimmung wie die Soundtracks von John Carpenter, erhält aber durch weitere Klänge etwas Eigenes. Auch der gesprochene Text (klingt wie eine mystische Formel - könnte rückwärts gesprochener Text sein) sorgt für sehr mystische Momente. In diesem Stück setzt Faber erneut Mellotronklänge ein, die im Kontrast zu den modernen Sounds stehen.

Roland Schmidt aka Faber zeigt auch auf seinem neuesten Werk „Ways“ das er ein Händchen für einfühlsame herrliche Melodien hat. Das Ganze garniert er dann noch mit unterschiedlichen Klangfarben- und -mustern sowie verschiedenen Sounds. Das macht seine Musik so abwechslungsreich und doch so fesselnd. Ein tolles Album, was er da im Frühjahr 2014 auf den Markt gebracht hat.

Stephan Schelle, April 2014...


Steve Baltes - Bochum Sky

25.02.2017
MusikZirkus M.
Steve Baltes ist den Freunden der elektronischen Musik bestens bekannt, war er doch lange Zeit Teil von Ash Ra Tempel und Ashra, mit Manuel Goettsching, Lutz Ulbrich und Harald Grosskopf. Steve ist ein Musiker, der sich vorwiegend in den Dienst anderer Künstler stellt. Da wurde es Zeit, dass er mal wieder seine eigene Musik präsentieren kann. Am 13.07.2013 trat Steve im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Sound Of Sky“ im Planetarium in Bochum auf. „Bochum Sky“, das im Sommer 2014 bei MellowJet Records veröffentlicht wurde, ist ein Mitschnitt dieses Konzertes.






Ganze 14 Jahre hat es gedauert, bis Steve Baltes mal wieder eine Soloveröffentlichung auf den Markt bringt. Allerdings ist Steve nicht ganz allein am Werk, denn einige Keyboardsoli hat der „Sound Of Sky“-Initiator und bekannte Elektronikmusiker Stefan Erbe beigesteuert. Zudem untermalen herrlich sanfte Gitarrensounds von Oliver Franken den hypnotischen Sound von Steve Baltes.

Mit atmosphärischem Rauschen und Klanggebilden, die nicht ganz zuzuordnen sind – einiges klingt wie Gläser und Metallstäbe, die vom Wind aneinander geschlagen werden – beginnt das 35minütige „Bochum Sky 1“. Steve erzeugt zunächst mystische Stimmungen, die wenig mit Melodien gemein haben. Das wirkt auf der einen Seite entspannend, auf der anderen Seite wirkt es auch in einer eigentümlichen Art sehnsuchtsvoll. Nach fünf Minuten bilden sich dann erste leichte Rhythmusmuster, die sich aber noch im Hintergrund, hinter dem Schleier der Soundskulpturen bewegen. Erst ganz langsam kann sich dieser eindringliche Rhythmus von seinem Ballast befreien und in den Vordergrund treten.

Dann sorgt eine sägende Gitarre für einen Break ohne die Situation aber grundlegend zu verändern. Der Rhythmus bleibt und langsam kommen Harmonien nach gut acht Minuten ins Spiel. Ab jetzt breitet sich eine eigentümliche Faszination aus, der man sich als Hörer nicht entziehen kann. Es ist schwierig zu beschreiben was da passiert, aber es fesselt ungemein. Der Geist löst sich beim Hören dieser Musik langsam vom Körper und entschwindet in weite Fernen und Galaxien. Nach elf Minuten kommt ein glasklares, schneidendes weiteres Rhythmusmuster auf, und eine Pianomelodie legt sich darauf. Spätestens jetzt ist man als Hörer in der Musik von Steve Baltes, die mit zahlreichen Effekten durchtränkt ist, gefangen.

Die eingestreuten Sprachsamples erhöhen den Mystik-Faktor um einiges. Man scheint bei der Musik in einer Endlosschleife gefangen zu sein, um dann immer wieder von Steve mit neuen Elementen, Rhythmen oder Effekten überrascht zu werden. Eine tolle Nummer, die außergewöhnlich und fesselnd zugleich ist.

„Bochum Sky 2“ beginnt ebenfalls mit atmosphärischen Sounds. Das 25minütige Stück ist ebenfalls von Effekten durchzogen und zirpt und zischt zu Beginn, was das Zeug hält. Nach gut vier Minuten startet es dann mit rhythmischen Sequenzern und Harmonien. Dieses Stück ist ähnlich wie Part 1 aufgebaut und übt eine gleiche Faszination aus. Mir fällt dabei nur der Vergleich des Kaninchens, das vor der Schlange sitzt ein, denn so fasziniert harre ich vor den Boxen aus.

Mit wesentlich sanfteren Klängen wartet „Bochum Sky 3“ auf. Hier sind es schon zu Beginn weite, harmonische Flächen, die allerdings von unterkühlten, industriell wirkenden Synthiesounds konterkariert werden. Gemächlich schreitet dieser Track dahin, ohne die Stimmung der vorangegangenen Stücke aufzuheben. Auch die atmosphärische Gitarre von Oliver Franken passt hervorragend zu diesen Sounds. Ich kann nicht sagen, was den Reiz der Musik ausmacht, aber Steve hat hier ein Händchen für hypnotische, fesselnde Sounds bewiesen.

Es dauert hoffentlich nicht wieder 14 Jahre, bis sich Steve Baltes entscheidet ein weiteres Album auf den Markt zu bringen. Steve vermag es den Hörer trotz seiner recht monoton angelegten Grooves und entspannten Grundmuster zu fesseln. Ambiente Klangformationen treffen auf sanfte Harmoniemuster, die durch eingestreute Sprachsamples eine mystische Atmosphäre bilden. Ein tolles Werk.

Stephan Schelle, Oktober 2014...


moonbooter - Cosmoromantics

25.02.2017
MusikZirkus M.
Nach „Cosmoclimax“, „Cosmologica“ und „Cosmophonica“ setzt der aus der Eiffel stammende Elektronikmusiker Bernd Scholl aka Moonbooter im Herbst 2014 seine thematische Reihe über die Geschichte der russischen Raumfahrt fort. Der Titel seines neuesten, vierzehnten Werkes lautet „Cosmoromantics“. Die Kombination von Cosmo und Romantik kommt nicht von ungefähr, denn Moonbooter hat in seine neuen Stücke nicht nur die für ihn bekannten Rhythmen sondern auch eine romantische Note eingebaut.






Schon das Cover zeigt die Nähe zur russischen Raumfahrt, stellt das Bild doch eine Hommage an den russischen Kosmonauten Juri Alexejewitsch Gagarin, den ersten Menschen im Weltraum dar. Insgesamt füllen „Cosmoromantics“ weniger Naturklänge. Elektronische Sounds dominieren hier das Geschehen. Eine romantische Note zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Konzeptalbum. Dabei wird „Cosmoromantics“ von klassischen und auch modernen Sequenzen zusammen gehalten.

Los geht es zunächst sehr sphärisch im gut neunminütigen Opener „Edge Of Sanity“. Schnell kommen jedoch die herrlichen Sequenzerrhythmen auf, die man von Moonbooter kennt und der Track entwickelt sich zu einem wunderbar melodischen und doch sphärischen Titel. Langsam aber stetig entwickelt sich das Stück immer weiter, in dem Moonbooter neue Sounds einbaut und die Melodie weiter variiert. Auch nimmt die Dynamik von Minute zu Minute immer weiter zu. Ein toller Beginn in das neueste Werk von Moonbooter.

Mysteriös beginnt dann „Spirtit Of Time“. Nachdem der Sequenzer einsetzt und die ersten Harmonien durch den Raum ziehen, kommt Tangerine Dream-Feeling der 80’er Jahre auf. Hier hat sich Bernd sehr stark an den Berliner Elektronikpionieren orientiert. Nach gut zwei Minuten kommt ein weiterer Rhythmus hinzu, der die Handschrift von Moonbooter trägt, die Reminiszenzen von Tangerine Dream aber unterschwellig beibehält. Ihr werdet sicherlich schnell heraushören, an welchem Stück sich Bernd da orientiert hat.

Akzentuierte Klänge, die an Gitarre erinnern, weisen in den Titel „Flashback“. Diese zarte Stimmung wird dann nach einigen Momenten von fetten, teils kratzigen Synthiebassrhythmen unterbrochen. Dann folgt die Melodielinie, die diesen Titel bestimmt. Wieder kommt eine Spur Tangerine Dreamn auf, dieses Mal aber wesentlich dezenter als beim vorangegangenen Stück. Wenn dann zum typischen Moonbooter-Sound angesetzt wird, dann entwickelt sich das Stück zu einem unwiderstehlichen Track.

Mit der berühmten Ansprache von Martin Luther King („I Have A Dream“) beginnt „Let Freedom Ring“. Dann setzt ein klasse, fast tanzbarer, Rhythmus ein, der in Richtung Techno/Trance weist. Das Stück geht wirklich gut ab und setzt sich darüber hinaus auch schnell im Ohr fest.

Es folgen das traumhaft, melancholische „Elnath“, das verspielte, lockere „Cosmonaut Leonow“ (mit typischem Moonbooter-Sound), das orchestral wirkende „Endogenious“ (bei den Klängen scheint man durch eine Spiegellandschaft zu wandeln), das rhythmisch, faszinierende, mit orchestralen Chören versehene „Dancing In Ocean“ (auch wieder so ein tanzbarer Techno/Trance-Track, der schnell fesselt), das hoch romantische „Broken Silence“ und das flirrend dahin treibende „Fly With Me“ (der Rhythmus erinnert mich ein wenig an Anne Clark’s Hit „Our Darkness“).

Wie auch die anderen Alben von Moonbooter, so ist auch „Cosmoromantics“ soundtechnisch wieder ganz hervorragend produziert. Moonbooter hält damit den hohen Standard seiner Werke bei. Wer die Musik von ihm mag, der braucht auch dieses neueste Werk. Wie immer Top.

Stephan Schelle, Dezember 2014...


wellenvorm - Toene des Nebels

25.02.2017
MusikZirkus M.
WellenVorm ist das musikalische Projekt des aus Chemnitz stammenden Elektronikmusikers Uwe Rottluff. Im Herbst 2014 veröffentlicht er beim deutschen Label MellowJet Records sein Debütalbum unter dem Titel „Toene des Nebels“. Das Cover ziert eine winterlich wirkende, nebelige Atmosphäre, die auf unterkühlte oder gar düstere Ambientmusik hinweist.






Das Album ist große, klassische Elektronik pur. Und das auf höchstem Niveau. Hier hört man die analogen Schaltungen und Bauteile förmlich, da WellenVorm auf virtuelle Klangerzeuger verzichtet und die digitale Welt nur zum perfekten abschmecken des Ganzen nutzt. Diese Kombination klingt nicht nur herrlich, sondern hat ihren ganz eigenen Stil. „Toene des Nebels“ besitzt eine düster anmutende Stimmung, die gerade zu dunklen und nebeligen Jahreszeiten passt. Eigene musikalische Themen greift er im Verlauf des Albums gekonnt wieder auf und transformiert sie in einen anderen Zusammenhang.

Auf sieben Tracks, deren Spielzeit zwischen 5:43 und 9:45 Minuten liegt, breitet Uwe Rottluff alias WellenVorm seine atmosphärischen Sounds aus. Die CD beginnt mit dem fast zehnminütigen Titelstück, das zunächst einige flächige Ambientsounds aufweist, die eine mystische Stimmung verbreiten. Eine Art Echoeffekt unterstützt dieses Flair und baut schon zu Beginn die Spannung auf. Nach gut zwei Minuten kommen aber herrliche Harmonien auf und ziehen den Hörer in ihren Bann. Hypnotisch ziehen die Harmonien und Sounds ihre Bahnen durch den Raum und benebeln den Hörer.

Das zweite Stück „Fliegende Sequenzen“ könnte nicht besser betitelt sein, denn auf herrlich weite Flächen legt Uwe flirrende oder besser gesagt fliegende Sequenzen. Diese wechseln sich dann noch mit recht hymnisch wirkenden Passagen ab. Etwas melancholisch zeigt sich „Weinender Mond“. Das keine düstere Grundstimmung aufkommt, verdankt der Titel aber seinen abwechselnden Rhythmen. Zwischendurch spendiert Uwe dem Stück auch noch einige hypnotisch wirkende Parts.

Das Stück „Der singende Sinus“ kling in der Tat wie ein Track, der auf einer Sinuskurve (bzw. eines Klanges daraus) beruht. Dazu gibt es aber auch wieder einige Sequenzerrhythmen. Ein fesselndes Stück. Das Stück „Sequenzerliebe“ hat nichts mit dem fast gleichnamigen Stück der deutschen Formation Sankt Otten zu tun. In diesem Stück stehen ungewöhnliche Rhythmusmuster im Vordergrund, während ein Sequenzer im Hintergrund seine Arbeit verrichtet. Das klingt neu und mystisch. Auch „Sonnenstrahl“ und „Herbststurm“ fügen sich in diese Atmosphäre nahtlos ein.

Mit WellenVorm bzw. Uwe Rottluff ist ein neuer Musiker in der Elektronikszene aufgetaucht, dessen Namen man sich merken sollte. Sein Debütalbum „Toene des Nebels“ kann auf ganzer Linie überzeugen, schafft es der Musiker doch neue Elemente und hypnotische Sounds perfekt miteinander zu verbinden. Sehr empfehlenswert.

Stephan Schelle, Dezember 2014...


Andreas Hack - Pieces

25.02.2017
MusikZirkus M.
Mit Andreas Hack, der Ende 2014 beim deutschen Elektroniklabel MellowJet Records sein Debütalbum unter dem Titel „Pieces“ veröffentlichte, betritt ein neuer Act die Elektronikszene. Doch bei genauem Hinsehen stellt der Progressive Rock-Fan fest, dass der Name Andreas Hack kein unbekannter ist. Andreas ist Gründungsmitglied der deutschen Progressive Rockband Frequency Drift, bei der er auch für den Großteil der Kompositionen verantwortlich zeichnet.






Mit „Pieces“ geht er zum ersten Mal Solopfade und das – für einen Keyboarder eigentlich selbstverständlich – im Bereich der Elektronikmusik. Auf der CDR befinden sich neun Stücke mit Laufzeiten zwischen 4:17 und 8:00 Minuten Länge.

Andreas Hack hat seinen ganz eigenen Stil, der mit nichts vergleichbar ist. Weder Anleihen die an die Berliner, Düsseldorfer oder Eindhovener Schule erinnern, treten hier zu Tage. Es scheint, als würde er Synthesizermusik im Umfeld von Progressive Rock spielen, ohne aber den rockigen Charakter in den Vordergrund zu stellen. Vielmehr sind es atmosphärisch Klang- und Soundmalereien, die von sanften Melodien durchzogen werden. Diesen spendet er noch außergewöhnliche Samples, die hoch emotionale und spannende Stimmungsbögen erzeugen. Das hat aus meiner Sicht auch einen starken Soundtrack-Charakter. Einige Stücke sind so aufgebaut, das sie quasi ineinander übergehen, so dass sie eine kompakte Grundstimmung erzeugen.

Schon der achtminütige Opener „Abandoned“ weist diese ungewöhnlichen und doch fesselnden Eigenschaften auf. Da rauscht es und klickt es, wie in einer futuristischen Anlage (teilweise könnte ich mir auch gut Szenen aus dem Film Terminator vorstellen), dann wiederum setzt Andreas dem eine hymnische Melodie entgegen. Das ist fesselnd und toll gemacht.

Im folgenden „Before The Fall“ kommen Sounds wie vom Hackbrett (wie passend bei dem Namen des Musikers) und eine Art Gesang, deren Sprache undefinierbar ist, auf. Das klingt zum einen wie der Soundtrack zu einem Spionagefilm, zum anderen hat es aber auch Elemente von asiatischer Musik und auch Popmusikelemente (z. B. durch den pulsierenden Rhythmus) sind zu finden.

Verträumt zeigt sich „Lonely“, es bekommt aber durch die eingestreuten, recht technologisch wirkenden Samples einen eigenwilligen Touch – wie schon bei den ersten drei Stücken.

Mit dem folgenden „Sand Spice“ kommt ein kleiner Schnitt in der Musik auf, denn zum Einen lässt er den vorangegangenen Track nicht direkt in diesen übergehen, zum Anderen sind die Klänge in „Sand Spice“ anders. Das Stück beginnt mit einem Rauschen, wie von einem kalten Wind (ich dachte zunächst an eine Eislandschaft), doch dann kommen flirrende Synthiesounds auf und ein Rhythmus, der mich eher an eine afrikanische Szenerie denken lässt (eine Wüstenlandschaft macht sich schnell vor meinem geistigen Auge breit), wird aufgebaut. Nach einigen Minuten kristallisiert sich dann eine herrliche Melodie heraus. Die vorangegangenen technologisch wirkenden Einschübe und Sprachsamples findet man in diesem Stück nicht.

Ein japanisch gesprochener Text leitet dann in den nächsten Track „Hashima“ über. Mit einer sehr melancholischen Pianomelodie beginnt dieses Stück. Im weiteren Verlauf baut er noch einen, so wie es sich anhört, in Japanisch gesungenen Text ein, der eine sakrale Ausstrahlung hat.

Es folgen weitere Stücke wie das faszinierende „Ghostly“ mit seinen tollen Sounds, „Barcode“ das durch seinen Rhythmus nur eine Spur nach Kraftwerk und auch Wave klingt (sehr gut gefällt mir hier der Basslauf der wie ein echter Bass wirkt), „Spaceport“, das eine eigentümlich melancholische Stimmung verbreitet und „Under The Ice“ das mit Echolot-Sounds an eine U-Boot-Fahrt mit Pink Floyd-Charme (zumindest wenn das Echolot erklingt) anmutet. Bei diesem letzten Stück scheinen die Eiskristalle aus den Boxen zu springen.

„Pieces“ ist alles andere als Stückwerk. Wem die bisherigen Elektronikpfade zu ausgetreten wirken, aber Wert auf Melodien und Harmonien legt, der bekommt mit Andreas Hack’s Solodebüt ein außergewöhnliches und tolles Album. Er schafft es, mit seinem Album der Szenen neue Impulse zu geben. Ein Album, das mich erst kurz vor Jahresende erreichte und förmlich umgehauen hat. Sehr empfehlenswert.

Stephan Schelle, Januar 2015...