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L I V E

 

MellowJet LIVE

wellenvorm, BatteryDead & moonbooter LIVE

25. November 2017  19:30

Planetarium Münster

 

 

 

MellowJet LIVE

wellenvorm - electronic landscapes

27. Oktober 2017 20:00

Nazarethkirche in München

 

 

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Bewertungen



moonbooter - Zeitenwende

25.02.2017
MusikZirkus M.
Der aus der Eiffel stammende Elektronikmusiker Bernd Scholl, der als Moonbooter seine rhythmische Elektronikmusik veröffentlicht, bringt nach dem letztjährigen „Cosmophonica“, das seine Cosmo-Trilogie abschloss, mit Zeitenwende Anfang 2013 sein neuestes Werk heraus. Der Albumtitel „Zeitenwende“ deutet darauf hin, dass Bernd eine neue Dekade für sich angestoßen hat. Nach der Cosmo-Trilogie wollte er etwas Neues ausprobieren, ohne sich selbst zu verleugnen.





Bernd Scholl sagt selbst zur Produktion: „Im Fokus sollte nicht alleine mein eigenes Verständnis für klangliche Perfektion liegen, sondern viel mehr auf der emotionalen Kraft und einem abwechslungsreichen Wechselspiel der Klänge: Harte Sounds gemischt mit weichen Beats. Treibende Rythmen, die erst nach Minuten eines melancholischen Intros, den Song vollständig umkrempeln.“

Bernd hat zunächst seine Herangehensweise an die Kompositionen geändert und die meisten Stücke am Klavier eingespielt und erst danach auf die Elektronik portiert. Das war für ihn etwas völlig Neues und hat sichtlich die Stücke beeinflusst. Wer Moonbooter’s rhythmische Musik liebt und nun seichte, Klavier betonte Musik vermutet, den kann ich beruhigen. In der neuen CD steckt immer noch der typische Stil von Moonbooter.

Mit dem Stück „9-Zeit“ eröffnet die CD recht sanft und verträumt. In diesem ersten Stück lassen lediglich die Sounds, die Bernd benutzt, zu Beginn die Nähe zu seinen bisherigen Veröffentlichungen durchscheinen. Aber auch in dieser etwas sanfteren Form, die nach etwas mehr als zwei Minuten durch herrliche Rhythmusmuster durchbrochen wird, macht er eine gute Figur. Vor allem ab dem Zeitpunkt, an dem der Rhythmus einsetzt, ist man wieder im Moonbooter-Kosmos gefangen und fühlt sich sofort heimisch.

Und auch der zweite Track „Schnurstraks“ (zu diesem Titel gibt es ein sehr schönes Video auf www.mellowjet-records.de) beginnt zunächst mit herrlichen Flächen und Harmonien um dann von einem leicht pumpenden Rhythmus nach vorn getrieben zu werden. Das ist wieder typisch Moonbooter mit Anleihen an Schiller. Noch stärker in Richtung Schiller deutet dann das folgende „Noch ein Tag“.

In „Alles wird anders“ klingt Moonbooter gar nach Ron Boots & Friends bzw. nach Morpheusz. Hier agiert er - vor allem durch den gut programmierten Drumcomputer - wie eine Band. Das Stück zeigt, wie wandlungsfähig Bernd ist. Und in „Schweben“ hat er dem Titel entsprechend Flächen eingespielt, die beim Hörer die Schwerkraft außer Kraft zu setzen scheinen. Im Stück „Okzident“ huldigt Bernd dann der „Berliner Schule“, denn einige der Sequenzerrhythmen erinnern doch sehr stark an Tangerine Dream („Das Mädchen auf der Treppe“ lässt in einigen Passagen grüßen).

Moonbooter aka Bernd Scholl verbindet traumhafte Harmonien und sanfte Melodiebögen mit dezenten Rhythmusstrukturen, die ein verträumtes Gesamtbild zeichnen. Das ist Musik zum wegfliegen. Auch wenn er die Rhythmusgeräte gebändigt hat und nicht so wild, wie auf seinen anderen Alben vom Zaum lässt, so strahlen die Stücke auf „Zeitenwende“ doch eine große Atmosphäre aus. Ein wie von Moonbooter gewohntes qualitativ hochwertiges Album, das es als CD und auch als DVD (dann im Dolby Surroundsound 5.1) gibt. Wer Moonbooter’s Musik mag, der kann hier wieder bedenkenlos zugreifen.

Stephan Schelle, Februar 2013...


Wellenfeld - Pandemie

25.02.2017
MusikZirkus M.
Das aus dem Ruhgebiet stammende Elektronikduo Wellenfeld, das sind Andreas Braun und Detlef Dominiczak, legen nach ihrem letztjährigen Ausflug in seichtere Gefilde auf dem Album „Endless Summer“ wieder ein typisches Wellenfeld-Album vor, das wieder diese faszinierende Mischung aus traditioneller Elektronikmusik, Electro / Electropop und E.B.M. verbindet. Darüber hinaus haben sie aber auch noch symphonische Elemente eingefügt, die aus dem Konzeptwerk „Pandemie“ eine Art Soundtrack macht.





Wellenfeld widmen sich auf ihrem neuesten Album „Pandemie“ einem sehr düsteren Thema: Der Pandemie, einer weltweiten Ausbreitung einer ansteckenden Krankheit und wohl einer der wahrscheinlichsten Endzeit-Katastrophen für die gesamte Menschheit. Und in Zeiten von Schweine- oder Vogelgrippe hat dieses Thema schon längst von uns Besitz ergriffen. Und sind wir mal ehrlich, eine Epidemie oder Pandemie würde sich in der heutigen vernetzten Welt sehr schnell ausbreiten.

Das sich die beiden weiterentwickelt haben und ihr Konzept wie einen Soundtrack angelegt haben, zeigt sich bereits im Opener „Sunrise At Medival“, das sehr symphonisch mit Streichern beginnt und dann einen bedrohlichen Sound annimmt. Darauf folgt „The Alert“ mit Sirenen und Chören, die an „Carmina Burana“ erinnern, so düster und bedrohlich ist dieser Track angelegt. Aber schon im nächsten „Prophecy“ wandelt sich das Bild und Wellenfeld hauen dem Hörer einige BPM um die Ohren. Diese drei ersten Stücke zeigen schon, welch abwechslungsreiches Werk die beiden Elektroniker da erstellt haben. Die insgesamt 19 Stücke, deren Laufzeiten zwischen 1:07 und 7:17 Minuten variieren, stellen ein in sich kompaktes Werk dar, da die Stücke nahtlos ineinander übergehen und so quasi eine Geschichte erzählen. Aus diesem Grund kann man das Album auch nur in einem Stück hören.

„Looming The Doom“ weist mit seinem orchestralen Arrangement Ähnlichkeiten zu Christopher Frankes Soundtrack zur TV-Serie „Babylon 5“ auf. „Archaic Dance“ wirkt dagegen wie eine Mischung aus typischem Wellenfeld-Sound und dem Stil von Tangerine Dream. Es ist müßig an dieser Stelle alle Titel zu beschreiben, denn die CD steht als Ganzes. Ein episches Werk voller hymnischer Klanglandschaften, die mit Streichern und Bläsern arrangiert wurden und mit technoiden Rhythmen und düsteren sowie herrlich melodischen Sounds verfeinert wurden.

Wellenfeld schaffen es auf „Pandemie“ einen hohen Spannungsbogen zu erzeugen und beim Hörer das Kopfkino einzuschalten. Beim Hören der CD laufen so förmlich bewegte Bilder vor dem geistigen Auge ab. Für mich haben Wellenfeld mit „Pandemie“ ihr Meisterstück abgelegt, denn der Sound nimmt sofort gefangen. Herrlich symphonische Parts werden dabei von sehr schönen Melodien und teils technoiden Rhythmen durchbrochen. Ein klasse Album.

Stephan Schelle, März 2013...


Uwe Reckzeh - Virtual Minds

25.02.2017
MusikZirkus M.
Es gibt wohl kaum einen anderen Musiker in der Elektronikszene, der durch grandiose Sequenzen und Melodien den Spirit von Tangerine Dream besser weiterspinnen kann, wie es Uwe Reckzeh vermag. Nach seinem letztjährigen Album „Mirror Images“ legt er im Herbst 2013 unter dem Titel „Virtual Minds“ ein weiteres tolles Werk nach. Sieben Stücke, von denen allein sechs jenseits der zehn Minuten liegen und ein weiteres das fast neun Minuten lang ist, hat Uwe auf den Silberling gebannt.





Man weiß nie genau, was gleich passiert und welche Wendung ein Stück nehmen wird. Diesem Geheimnis verpasst Reckzeh den richtigen Anstrich: Immer neue, aber auch bekannt Klänge mischt er wohldosiert mit synthetischen Effekten und erzeugt so im Handumdrehen neue Atmosphären. Auf „Virtual Minds“ lässt er auch Raum für kurze Improvisationen, die seiner Musik die nötige Lebendigkeit einhauchen. Sich selbst modulierende Sequenzen, gewaltige analoge Bässe gepaart mit typischen Harmonien sorgen mal wieder für ein spannendes, abwechslungsreiches Hörerlebnis, welches auch klanglich höchsten Ansprüchen genügen wird. Das verrät der Pressetext und liegt damit nicht verkehrt.

Mit dem 14minütigen „Themes From Iceland“ startet das neue Album zunächst mit unterkühlten Klängen, die schnell herrlichen und mitreißenden Sequenzerrhythmen weichen. Es vergeht nicht mal eine Minute, da haut uns Uwe einen mitreißenden Rhythmus um die Ohren und eine Melodie der Extraklasse schält sich heraus. Das hätten Tangerine Dream nicht besser machen können - ganz im Gegenteil. Sofort ist man im Klangkosmos von Uwe Reckzeh gefangen und wird aus dieser magischen Umklammerung nicht wieder losgelassen. Uwe schafft es über die Gesamtlänge hin den Spannungsbogen am oberen Limit zu halten.

Es folgt das zehnminütige „Remember“. Langsam beginnend steigert sich dieses Stück ebenfalls zu einem Sequenzerlastigen Track. Unwiderstehlich treibt Uwe den Track nach vorne. Es ist müßig alle Stücke zu beschreiben, da sie sich alle weitern auf einem hohen qualitativen Niveau bewegen. Das ist Musik mit Gänsehautfaktor. Man hat oft das Gefühl einer verschollenen LP der großen Berliner Vorreiter Tangerine Dream zuzuhören. Dabei schafft es Uwe Reckzeh aber den Stil von TD weiterzuführen.

Auch mit „Virtual Minds“ hat der Elektroniktüftler Uwe Reckzeh wieder ein beeindruckendes Werk abgeliefert. Das Album strotzt nur so vor toller Sequenzen und herrlichen Melodien. Das Album sollte man unbedingt haben.

Stephan Schelle, Oktober 2013...


Harald Nies - Nighttrain

25.02.2017
MusikZirkus M.
Mit seinem 2013er Album „Nighttrain“ erzählt uns Harald Nies die Fahrt in einem Nachtzug. Es ist dabei egal wo Sie beginnen und wohin die Reise geht. Der Weg ist das Ziel. Während dieser Reise erleben Sie die Stille und Ruhe der Nacht. Lichter huschen vorbei. Es geht voran. Gedanken verschwimmen. Gefangen in diesen Welten hat Schlaf zunächst keine Chance, bis sie sich dann doch den monotonen Geräuschen des Nachtzugs hingeben. Diese Reise gibt einem die Zeit und die Ruhe über das eigene „Ich“ nachzudenken und man weiß „das tut mir gut“. Sie fahren in den Sonnenaufgang, den sie so schon lange nicht mehr wahrgenommen haben. Sie steigen aus und freuen sich auf die Rückreise in ihrem „Nighttrain“. So lautet der Pressetext.





Also steigen wir mal ein, in den Nachtexpress, dessen Fahrt, so sagt es der Untertitel der CD, abends um 23:00 Uhr beginnt und morgens gegen 7:00 Uhr endet.

Mit „Evening Of Departure (11pm)“ beginnt die Reise im Nachtzug zunächst sanft und mit Orgel ähnlichen Klangmustern. Dann kommen rhythmische Keyboardsounds auf, die das Fahren eines Zuges suggerieren. Durch die Klangfarbe habe ich das Gefühl, als würde ich in den Sonnenuntergang fahren, so wie das Cover es auch zeigt. Nach gut drei Minuten steigt die Dynamik der Musik an und Melodiebögen und Rhythmik lassen mich durch die Fenster des Zuges in den aufkommenden Nachthimmel schauen. Das klingt einfach gut und lässt mich zur Ruhe kommen. Immer mehr nimmt der Zug in diesem ersten Stück an Fahrt auf und Harald bringt das mit tollen Melodien zum Ausdruck, in denen auch durchaus mal eine Melodielinie wie bei Kraftwerk zart durchscheinen darf.

Im zweiten Stück „No More Homesick (11:30pm)“ lässt Harald dann die Sequenzer los und der Zug scheint nun noch schneller zu fahren. Darunter mischt er dann herrliche Flächenmuster, aber der Sequenzer bleibt die ganze Zeit über tonangebend. Auch in „Leaving Myself Behind (never)“ sind es die Sequenzer, die für den nötigen Rhythmusboden sorgen. Hier geht Harald aber so rhythmisch vor, dass man kaum die Füße ruhig halten kann. Versehen ist das Ganze mit einer sehr schönen Melodie.

Ruhiger geht es dann im Stück „Tunnel Vision (1am)“ zu. Hier ist der Rhythmus moderat und dazu spielt Harald betörende Melodien und Klänge. An einigen Stellen scheint dann auch die „Berliner Schule“ durch. Hymnisch und erhaben geht es dann im Stück „Still Unfatigued (2am)“ zu. Hier herrschen dann zunächst auch Streichersounds vor, die mich an die Fahrt vorbei an majestätischen Bergen erinnern. Im weiteren Verlauf kommt ein Rhythmus hervor, der ansatzweise Ähnlichkeiten zu Harald Grosskopf’s „So weit, so gut“ aufweist. Auf diesen setzt Harald dann zarte Melodiebögen. Es folgen das verträumte „Nightdream (3am to 5am)“, das zunächst schwebende und dann durch die E-Gitarre rockige „Blurred Sunset (6am)“ bei dem die Sonne aufgeht und das abschließende „Good Bye My Nighttrain (7am)“, das durch die Kombination aus Piano, Synthie und E-Gitarre wie eine wehmütige Elektronik/Rocknummer klingt.

Mit Harald Nies gehe ich gerne auf Reisen, vor allem wenn es im „Nighttrain“ ist, denn er ist in der Lage die Atmosphäre einer nächtlichen Zugfahrt perfekt einzufangen. Eine sehr schöne Produktion, die auch ohne Zug Spaß macht.

Stephan Schelle, Oktober 2013...


Faber - Pictures

25.02.2017
MusikZirkus M.
Dieses Mal wird Roland Schmidt aka „Faber“ mit seinem neuen Album „Pictures“ etwas persönlicher. Bilder aus seiner Vergangenheit waren das Leitmotiv für sein neues Album. Auch wenn er seine eigenen Interpretationen und Intentionen nicht immer direkt ausspricht, so lassen sich diese schnell erraten. Dabei verzichtet er nicht auf seine eigenen Harmoniebögen und Stile, die seine Musik seit seinem ersten Album „Spacefish“ auszeichnen. Soweit der Pressetext.





Den Anfang macht das fast zehnminütige „Beauty“. Mit diesem Stück öffnet Faber ein wahres Klangkaleidoskop. Herrliche Synthiefarben umspielen die Ohren des Hörers. Das klingt, als würde er eine Tür zu einer anderen Welt öffnen und den Hörer mit einfühlsamen, transparenten und direkt ins Herz zielenden Sounds und Melodien überschütten. Der Sound wirkt unglaublich räumlich und man wird förmlich von ihm umringt oder umgarnt. Ein toller Opener, der seinem Namen wirklich gerecht wird.

Eine chinesische Stimme leitet dann in den zweiten Track „Yellow Magic Train“. Dieser ist wesentlich rhythmischer angelegt und weist Spuren von Electropop auf. Ähnlichkeiten zum Yellow Magic Orchestra kann ich allerdings nicht erkennen, da ist die Nähe zu Acts wie Andy Pickford schon eher gegeben, auch wenn die Musik mit den unglaublichen Melodien des Briten nicht ganz mithalten kann. Und doch besitzt dieser Track einiges an Faszination, wie eine mystische Bahnfahrt.

Es folgt „Ad asdra per aspera“. Ethnische Rhythmen (perkussionartig) vermischen sich mit Orgelklängen. Das löst eine eigenartige Stimmung aus. Darauf legt Faber dann eine Melodielinie. Im weiteren Verlauf kommen dann noch Sequenzerrhythmen dazu. Synthetisches Vogelgezwitscher (hier versucht Faber erst gar nicht Tierstimmen naturgetreu darzustellen, sondern zeigt deutlich dass sie mit Synthies hergestellt sind) und eine verträumte Pianomelodie zeichnen das Bild eines „Electronic Forest“, der nach einigen Minuten durch Synthiemelodien/-klänge der Marke Rick Wakeman (allerdings ohne dessen Virtuosität) erweitert wird.

Einen besonderen Charme löst „Blue Planet“ aus, das durch seine Klangfarben antiquiert, aber nicht veraltet wirkt. Technologisch, mit leichten Ansätzen von Kraftwerk und der britischen Band The Art Of Noise wirkt „Art Of Voice“ (Der Titel ist wohl eine entsprechende Anspielung). Dieser Track ist fast tanzbar.

„Phonec“, wie könnte es auch anders sein, beginnt mit einem Telefonklingeln. Dazu gibt es einen Rumbarhythmus und recht rau klingende Keyboardsounds. Die Melodie könnte wieder aus Richtung Kraftwerk herüberwehen. Ganz anders zeigt sich „Desire“, bei dem Faber wieder einfühlsame, weite Klangflächen in den Vordergrund gestellt hat. Das ist Musik die unter die Haut geht und schon nach wenigen Klängen Gänsehaut erzeugt. Das abschließende „Santorin“ geht leicht in Richtung Vangelis und hat durch seine Synthiechöre auch etwas Erhabenes und Sakrales, das gut zum Thema passt.

Auf dem neuesten Werk von Roland Schmidt alias Faber, das den Namen „Pictures“ trägt, zeigt sich der deutsche Elektroniker von seiner abwechslungsreichen Seite. Die einzelnen Stücke weisen die unterschiedlichsten Klangmuster auf, wie eine Compilation verschiedener Künstler. Und doch schafft es Faber die CD als Einheit wirken zu lassen, deren Stücke - trotz ihrer unterschiedlichen Stile - zusammenpassen. Sehr gelungenes Album.

Stephan Schelle, Oktober 2013...


Vanderson - Another Day in Future

25.02.2017
MusikZirkus M.
MellowJet-Records präsentiert mit „Another Day In Future“ das 2013er Album des polnischen Ausnahmemusikers Vanderson. Im Stile der Berliner Schule zaubert Vanderson eine fantastische Klangwelt, voll mit traumhaften Melodien, Klanglandschaften, Sequenzen und auch lebhafter Rhythmik. Auch dezente Elemente des Spacerock fanden, wie im Song „Sunblast“, ihren Weg auf das Album.





Zwischen den einzelnen Tracks sorgen perfekt inszenierte Traumphasen für die nötige Entspannung. Dabei stützt sich der Musiker gänzlich auf die perfekte Kontrolle seines rein synthetischen Geräteparks. Klanglich ist das Album auf allerhöchstem Niveau. Vanderson schafft dabei den Spagat zwischen klassischer Berliner Schule und neuzeitiger Elektronik, wie kaum ein anderer.

Vier Stücke die es auf mehr als 13 Minuten bringen sowie ein Track mit mehr als sieben Minuten zeugen davon, dass Vanderson seiner Musik Zeit gibt. Auch wenn das Cover nach einem Titelblatt eines alten Groschenromans oder eines Filmplakates aus den 60’ern oder 70’ern aussieht, so wirkt es doch sehr ansprechend und steht im Kontrast zu der herrlichen Musik, die Vanderson auf dem Album zusammengestellt hat. Gar nicht antiquiert, sondern sehr eingängig und transparent kommen die Harmonien aus den Boxen geflogen. Das zeigt sich schon beim Opener „Art Of Existence“, der mit 14:31 Minuten zu Buche schlägt.

Zunächst schweben die Flächen durch den Raum, so wie es für die „Berliner Schule“ nicht unüblich ist. Dem mischt Vanderson einige Synthiechöre bei, die recht sakral wirken. Langsam baut sich das Stück auf und nimmt Fahrt auf, sobald der pumpende Rhythmus aus dem Off nach vorne drängt. Zwar sind die Harmoniebögen und Rhythmen recht monoton und stetig angelegt, doch lösen sie durch zahlreiche Einwürfe eine äußerst spannende und fesselnde Wirkung aus.

Windgeräusche leiten dann nahtlos in den zweiten Track, das Titelstück, über, das es auf fast 15 Minuten bringt. Dieser Track beginnt auch erst recht verhalten und bekommt dann durch hellere Synthieklänge einige Melodiemuster verpasst, die mystisch, futuristisch aber immer sehr harmonisch klingen. Die Gedanken fliegen dabei auf und davon. Sobald die Sequenzer nach ca. fünf Minuten an die Arbeit gehen, wird es fesselnd. Das ist wieder sehr in der „Berliner Schule“ verwurzelt, allerdings mischt Vanderson einige Klangfarben bei, die eine gänzlich neue Mischung ergeben.

Surreale Sounds sind das Bindeglied zum nächsten Track mit dem Titel „Memories“. Dieses Stück wirkt zunächst bombastisch und etwas bedrohlich, da die Klänge eine Spur Düsternis inne haben, ohne aber zu bedrücken. Das hellt sich nach etwas mehr als drei Minuten auf und geht dann in ein tolles Sequenzer orientiertes Stück über.

Es folgt das hinreißende „Sunblast“, bei dem das Gitarrensolo von Steve Slawomir Tudruj dem Sound von Vanderson eine rockige Note verleiht. Ein toller hypnotischer und rhythmischer Track. Den Abschluss bildet dann das mit 7:38 Minuten kürzeste Stück des Albums, „New Hopes“. Mit diesem „Rausschmeißer“ hat Vanderson den Ohrwurm des Albums ans Ende gesetzt. Ein tolles Stück, das sofort ins Ohr geht.

„Another Day In Future“ ist mein erster Kontakt zum polnischen Musiker Maciej Wierzchowski Vanderson, der sicherlich nicht der letzte sein wird. Vanderson zeigt auf dem Album sein Gespür für herrliche Atmosphären, die im Umfeld der „Berliner Schule“ entstanden sind, ohne sie aber 1:1 zu kopieren. Und mit „New Hopes“ hat er darüber hinaus ein hinreißendes Stück Musik auf den Silberling platziert. Klasse Album.

Stephan Schelle, Oktober 2013...