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Otarion - Under Surface (NEU)
[cdr-ot1801]

€12.99
(CD/CDR/DVD)



18.06.2018
MusikZirkus
5 von 5 Sternen5 von 5 Sternen
Im Frühjahr 2018 erscheint das mittlerweile sechste Otarion-Album beim deutschen Label MellowJet Records. Zuvor veröffentlichte Rainer Klein, der sich hinter dem Pseudonym verbirgt, schon einige Alben bei anderen Labeln. Aber vor allem in den letzten Jahren hat sich Rainer’s Musikstil, der nicht nur traditionelle Elektronikmusik beinhaltet sondern auch Progressiverock oder Soundtrack artige Elemente in seine Musik einbaut, stetig entwickelt. Seine bisherigen bei MellowJet Records erschienenen Werke sind von hoher Qualität und auch sein neuester Output, der den Titel „Unter Surface“ trägt, steht dem in Nichts nach.






Rainer schreibt in dem Booklet über sein neues Album:
Zu dem unverkennbaren Otarion-Stil gesellt sich dieses Mal eine gehörige Portion Postrock. Dies steigert das Empfinden, in eine Welt aus Emotionen einzutauchen. Melancholisch und zugleich hoffnungsvoll wird hier ein wunderschöner Spannungsbogen gehalten. Eine Atmosphäre aus Vertrautheit und Unbekanntem verwebt sich mit Otarion’s Stücken und erzählt so eine Geschichte aus Erinnerungen und Gedanken, welche in jedem Hörer des Albums persönlich zum Leben erweckt wird.

Der Albumtitel, den man sinngemäß als „unter der Oberfläche“ übersetzen kann, weist darauf hin, dass es sich bei dem neuen Werk um ein sehr persönliches Werk von Rainer Klein handelt. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Fotos im Booklet, das alte Aufnahmen zeigt, auf denen Rainer vermutlich als kleines Kind zu sehen ist.

Mit dem 3:47minütigen „Prelude“ leitet Otarion in sein neues Album ein. Es knistert zunächst wie bei einer Vinylscheibe und eine melancholische, zarte Pianomelodie erklingt dazu. Nach einer Minute setzen dann eine weibliche Stimme und eine Art Cellosound ein um diese Melancholie noch zu verstärken. Nach einer weiteren Minute öffnen sich die Sounds, wechseln zu einer Art Orgel und es kommt ein weit entferntes Stimmgewirr hinzu und man hat das Gefühl in die Erinnerungen von Rainer Klein hineingezogen zu werden. Nahtlos geht es in den ersten Track „Behind The Doors“ über, das passend mit Schritten und dem Öffnen sowie Schließen einer Tür atmosphärisch beginnt. Es erklingt eine Kombination aus weiblicher Stimme und Streichinstrument, kombiniert mit Orgelklängen und zieht einen schon zu diesem Zeitpunkt tief in die Otarionklangwelten hinein. Nach gut zwei Minuten kommen Rhythmus und Gitarrenklänge auf und die Stimmung wird auf eine neue Ebene gehoben die ab Minute Drei rockige Elemente mit einbaut. Das ist absolut faszinierend und fesselnd.

Das ganze Album ist sehr homogen und komplex aufgebaut, so dass man es im Ganzen hören sollte. So wirkt beispielsweise das 2:19minütige „The Abandoned Place“ wie ein atmosphärischer, Soundtrack artiger Übergang zwischen den Stücken „Behind The Doors“ und dem Titelstück, das mit Glockenschlägen beginnt, dazu einige surrealistische Sounds einwebt und nach gut 45 Sekunden an Fahrt aufnimmt. Hier entwickelt sich ein toller Track mit Sequenzerlinien, Percussion, Arpeggios, verzerrten Streichersounds und herrlichen Flächen um dann wieder in einen von E-Gitarren durchzogenen rockig-loungig-elektronischen Part überzugehen. Das ist perfekt gemacht und stellt eine homogene Verbindung aus Elektronik und Rock dar, ohne dass eine der beiden Seiten zu dominant wirkt. Otarion entwickelt diesen Elfminüter weiter und ändert im Verlauf Struktur, Melodie, Dynamik und Rhythmus.

„Refractions“ zeigt sich von einer Intensität wie es Sigor Ros vermögen und vermischt das dann noch mit einem sanften Rockpart, der mich teilweise im weitesten Sinne an sanfte/hypnotische Songs von Crippled Black Phoenix erinnern.

Die Kombination aus perlenden, atmosphärischen Gitarren- und Synthieklängen vernebelt einem in „A Different Way“ dagegen förmlich die Sinne um im weiteren Verlauf in einen rhythmischen, treibenden Track zu münden. Es folgen weitere vier Tracks, die diese Qualitäten fortsetzen.

Rainer Klein aka Otarion hat es mit seinem neuen Album „Under Surface“ mal wieder geschafft Stücke mit hohem Suchtfaktor einzuspielen. Man ist bei diesem Album von der ersten Sekunde an gefangen und wird bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Ein tolles Album, das sowohl für Elektronikfans als auch für Freunde des atmosphärischen Artrock geeignet ist.



14.06.2018
global
5 von 5 Sternen5 von 5 Sternen
Der Siegener Elektronikmusiker Rainer Klein, seit 1997 als Otarion unterwegs, bringt es mit dem neuen Werk auf bereits zehn Veröffentlichungen, das sechste in Folge nun bei MellowJet Records. Dabei bewies er bisher konstant hohes Niveau und brachte dabei einen recht eigenen Stil zu Gehör. Under Surface ist nun jedoch nicht einfach nur ein neues Album im typischen Otarion-Stil geworden. Nein, hier hat sich in der Tat wirklich viel verändert. Was allerdings zum Glück nicht mit der Qualität der Produktion zu tun hat, sondern vielmehr mit der musikalischen Ausrichtung. Auch wenn es nach wie vor auf Bernd Scholls MellowJet Records erscheint, ist es diesmal eben kein typisches Elektronikalbum geworden.
Schon auf den Vorgängeralben hatte die Gitarre vermehrt Einzug in seine Kompositionen gehalten, eine Entwicklung mehr hin Richtung Progressive Rock wurde erkennbar . Auf dem neuen Album beschreibt der Künstler, dass nun eine ordentliche Portion Post-Rock hinzukommt, um noch mehr Emotionalität in die Kompositionen zu bringen. Der Rezensent ist nun nicht gerade Post-Rock-affin, ist er aber so gemacht wie hier, dann mag sich das zukünftig ändern. Ein Titel wie Refractions zeigt mustergültig, wie Otarion dies auf Under Surface angeht. Schon das Intro lässt aufmerken, ein wunderbares, ruhiges Klavierstück, in intensive Atmosphäre eingebettet, eröffnet ein ausgesprochen emotionales, abwechslungsreiches Progressive-Post-Rock-Elektronik Ambient Album, mit dem Rainer Klein ein dickes Ausrufezeichen setzt Definitiv eine Neuausrichtung und kaum mit früheren Werken vergleichbar - und rundum gelungen. Tolles Album! Jürgen Meurer, Empire Magazin, Mai 2018



23.04.2018
global
1 von 5 Sternen1 von 5 Sternen
It feels good to renew with the music of Otarion! Rainer Klein is second to none to bring the listener through a musical epic where the emotions run hypersensitive on structures in movement. Sometimes shaken by shocks of EDM, jostled by a solid electronic rock dipped into the New Berlin School style or yet by great symphonic rock, “Under Surface” sneaks between various phases of an always touching and overwhelming EM guided by strong orchestrations. At this level, aromas of the superb Genius combined to the rock vision of Decide are floating all around this last album of Otarion. What is far from being bad!
A very sober piano covers of its nostalgia a cloud of white noises which unties "Prelude" of the first silences of “Under Surface”. And as our senses ask to be more touched by Rainer Klein's tenderness, a cello and a voice add to this suspense of melancholic moods which find its outcome of musical tragedy with dense orchestrations of one finale in search of its genesis. Noises of jingles and hinges of doors, we enter in the core of the atmospheres of “Under Surface” by "Behind the Doors". Its introduction is signed of mysticism and romanticism with effects, layers of synth and a celestial voice. A guitar and its drawling riffs give a look of rock slow and heavy to an ambient music which bursts into a good symphonic rock filled with ambiospherical twigs where the drum, and effects of electronic percussions, straighten a more electronic dimension accentuated by good synth solos. "The Abandoned Place" is like a little cloud of sounds and ambient elements which ties two poles. Its junction between "Behind the Doors" and the title-track, which throws itself between our ears with big carillons and whispers of terns, is nicely just in time and in tones. "Under Surface" is a title which does very electronic rock of Tangerine Dream's Sonic Poem Series or yet the Quantum Years. The structure of rhythm is fed with a meshing of these thousands of small felted steps which run in circle and a bass line a little bit round, kind of Groove. Music becomes more rock energetic after the point of the 4 minutes with a lively drum and by riffs of which the charms bite the dust behind a delicious veil of sonic shenanigans and reverberating effects. The decor is rich of its sibylline atmospheres which roam behind good guitar solos. The last riff of a dying solo and the overexcited vibes are fading in a second very ethereal half of "Under Surface" with a quite touching Otarion on the piano. "Refractions" lands between my ears in a dress of a superb down-tempo marinated in psybient moods. It's the title as unexpected that very surprising which peels my emotions minute by minute with a little more rock reorientation and a striking velocity knotted around these series of riffs in loop which belong to the repertoire of U2 or still Coldplay.
These riffs also spice up the various evolutionary steps of "A Different View", and other rock moments in this album, which is a good rock with its phases of ambient romanticism. It's a skillful mixture between rock and EM with strands of stroboscopic sequences that crumble their jerks in the lively and striking strikes from the drum. Casted in the same mold of EM evolving by slices, "The Best Time" proposes an introduction in halftone with lost chords and jingles which run away through a veil of sibylline atmospheres. A series of pulsations united this opening with an approach which tilts to another rock well hammered by percussions with strikes always so clear and precise, bringing "The Best Time" towards a theatrical rock of the Picture Palace Music kind. Slow, sensual and ethereal, "A Glance Up" is a beautiful lunar slow dance. The drum hammers a muted and heavy rhythm while the arpeggios swirl as in a bed song of the Halloween theme. The title fattens its passion and its heaviness, while giving a small boost for a short period of rock before returning in a more lunar phase. "Go Out" takes back the road of rock beats such as "A Different View" and the title-track. The rhythm is nervous and squats in a semi-ambient and semi-animated structure before forcing a phase of big rock at the very end. "Arrived" ends this tangible suite to the album Decide with a good vaporous intro where the theatrical side of Otarion breathes of its perfumes of mysticism. Voices lost in the wind, somber piano and dramatic effects decorate this introduction sewn in Mephistophelian silk while gradually the rhythmic ride settles down. Last riffs and last solos of guitar, "Arrived" rushes towards a more electronic finale before leaving a last breath which is going to start again another debate … Is it the best of Otarion? I would say the best since Genius!
Sylvain Lupari (April 10th, 2018) *****
synth&sequences.com __ https://synthsequences.blogspot.de/2018/04/otarion-under-surface-2018.html?spref=fb



23.04.2018
global
1 von 5 Sternen1 von 5 Sternen
In den letzten Jahren hat der Siegener Elektronikmusiker Rainer Klein in schöner Regelmäßigkeit alljährlich neue Alben auf den Markt gebracht, davon mit dem aktuellen nun bereits sechs in Folge bei Bernd Scholls Label MellowJet Records. Dabei agierte er in seinem Genre stets auf hohem Niveau und wurde daher auch “auf diesen Seiten“ mehrfach vorgestellt. Wenn Alben derart in Serie produziert werden, besteht natürlich die Gefahr eines gewissen Abnutzungseffekts. Zumal, wenn sie stilistisch sehr ähnlich gelagert sind.

Ob Klein dies im Hinterkopf hatte oder er einfach mal Lust auf Neues hatte, sei mal dahingestellt. Jedenfalls geht er auf „Under Surface“ ganz offensichtlich neue Wege, was der Künstler im Booklet auch begründet. Jetzt kommt nämlich eine deutliche Portion Post-Rock hinzu, und zwar auf eine Art und Weise, die auch dem eher Post-Rock abgeneigten Rezensenten sehr wohl zu gefallen weiß. Otarion behauptet, dass durch dieses Element noch mehr Emotionalität in seine Musik gekommen ist, und das lässt sich an dieser Stelle durchaus bestätigen.

Primär ist es noch ein EM-Album geblieben, sonst wäre es vermutlich auch nicht mehr auf dem auf Elektronikmusik spezialisierten Label gelandet. Schon auf den Vorgängeralben hatte die Gitarre vermehrt Einzug in Kleins Kompositionen gehalten, eine Entwicklung mehr hin Richtung Progressive Rock wurde erkennbar. Jetz kommt noch eine Portion Post-Rock hinzu
Ein Titel wie ‚Refractions‘ zeigt mustergültig, wie Otarion die stilistische Korrektur auf „Under Surface“ angeht. Schon das Intro lässt aufmerken, ein wunderbares ruhiges Klavierstück, in intensive Atmosphäre eingebettet, eröffnet ein ausgesprochen emotionales, abwechslungsreiches Progressive-Post-Rock-Elektronik-Ambient Album, mit dem Otarion ein fettes Ausrufezeichen setzt!

Schöne Chorarrangements gehören ebenso zum Otarion-Sound wie Berliner Schule Elemente, die aber hier eher zurück stehen müssen. Und auch Pink Floyd lässt sich wieder als Inspirationsquelle heraushören.

‚Under Surface‘ stellt definitiv eine gewisse Neuausrichtung dar – und noch dazu eine rundum gelungene. Tolles Album!
Bewertung: 12/15 Punkten

Von Juergen Meurer am 21. April 2018
https://www.betreutesproggen.de/2018/04/otarion-under-surface/