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Faber - Dark Sun
[cdr-fa1501]

€12.99
(CD/CDR/DVD)



25.02.2017
MusikZirkus M.
1 von 5 Sternen1 von 5 Sternen
„Dark Sun“ ist das mittlerweile elfte Album des Norddeutschen Elektronikmusikers Ronald Schmidt der seine Musik unter dem Pseudonym Faber veröffentlicht. Das Cover mit der schwarzen Sonne weist schon darauf hin, dass die Musik von Faber dunkler und sphärischer als gewohnt ausgefallen ist. Ein Dutzend Tracks hat er auf das Album gepackt. Zehn dieser Stücke weisen Laufzeiten zwischen 4:34 und 10:16 Minuten auf. Sie werden durch ein Intro („Dark Sun Theme“) und ein Outro (Dark Sun Reprise“) eingerahmt. Düster geht es dann auch gleich im eröffnenden Intro „Dark Sun Theme“ los. Mystische Flächen ziehen durch den Raum und eine düstere Stimme spricht einen kurzen Text. Dem schließen sich dann sphärische Keyboardsounds an. Man hat hier das Gefühl auf einen Weltraumtrip vorbereitet zu werden.Dann führt uns Faber in „Dream X“ in eine schillernde Szenerie, denn die Auswahl seiner Sounds vermittelt genau diese Atmosphäre, als würde sich das Licht einer Sonne brechen oder auf der kalten Metallhülle eines Raumschiffes widerspiegeln. Dann setzt ein Rhythmus ein, ohne dass die Stimmung verändert wird. Das Stück zaubert eine surreale Stimmung bzw. erzeugt surreale Bilder vor dem geistigen Auge. Dahinein mischt Faber unter anderem die berühmte Textpassage von Martin Luther King „I Have A Dream“. Das hat nichts von der Fröhlichkeit seiner bisherigen Veröffentlichungen, ist aber hochgradig spannend.Diese Stimmung nimmt er im nächsten Stück „Lost In Space“ auf und verpasst ihr eine eingängige Melodie. Hier treffen vertraute Klänge auf neue Soundstrukturen. Einige der Passagen wirken durch Orgelartige Klänge auch sakral. Ein sehr schönes Stück.Der „Ghost Train“ wird seinem Namen gerecht, denn Faber mischt in den rhythmischen Track Klänge eines schnell fahrenden Zuges und unterlegt dies mit einem chinesisch gesprochenen Text. Der Rhythmus fegt wie ein rasender Zug durch die Luft. Dahinein streut Faber eine kernige E-Gitarren-Passage. Das klingt wie Tangerine Dream auf Speed und macht richtig Spaß. Faber verbindet in diesem Stück rhythmische Elektronik mit kerniger (Space)Rockmusik.Nach „Berliner Schule“ im Stile von Klaus Schulze klingt zunächst „Snow Cold“, das perlende Melodiebögen mit sanften Flächen und Synthiechören verbindet und so eine gewisse winterliche Atmosphäre schafft. Das zehnminütige „Alien Chants“ zeigt sich dann wieder mehr von der düsteren Seite. Mystische Klangfarben sorgen zunächst für diese dunklere Stimmung, die dann aber nach gut anderthalb Minuten durch Sequenzerrhythmen und hellere Klangfarben positiver gestaltet wird. Nach zwei weiteren Minuten gesellt sich ein stampfender Rhythmus hinzu und es entwickelt sich ein unwiderstehlicher Track, der für mich etwas von weiten Landschaften hat. Richtig düster wird es dann allerdings in „Atomic Particles“. In diesem Stück geht es Faber hauptsächlich um die Erzeugung von Stimmungen, Melodien finden sich hier nicht. Dazu wirkt der eingebettete Text mysteriös. So abwechslungsreich gestaltet Faber das komplette Album weiter.Mit „Dark Sun“ hat Faber aka Ronald Schmidt ein neues musikalisches Kapitel aufgeschlagen. Düsterer als bisher geht er zu Werke und vermischt diese Stimmung mit bekannten Klangfarben und Melodiebögen zu etwas ganz Neuem. Auch diese Stilart steht im sehr gut, denn das abwechslungsreiche Album macht richtig Spaß.Stephan Schelle, September 2015



20.12.2016
Dennis
4 von 5 Sternen4 von 5 Sternen
01 - Dark Sun Theme: Jaa... - das kurze Intro deutet tatsächlich an, das es wohl düster werden wird! 02 - Dream X: Mein Gott - so habe ich Faber noch nie erlebt! Der Song schleppt sich bedrohlich voran, das berühmte Zitat von Martin Luther King passt sich akustisch perfekt - aber thematisch eigentlich gar nicht - in diesen tollen Sound ein! Ein Widerspruch in sich! Das Stück ist Wahnsinn! 03 - Lost in Space: Auch sehr bedrückendes Stück, mit kleinen Computer-Voices am Anfang, dann ist Fabers vertrautes Melodie-Spiel zu erleben - beruhigend, macht trotzdem Gänsehaut! 04 - Ghost Trains: Festhalten! Hier geht die Post ab. Ein Zug rast dahin, eine japanisch sprechende Zugbegleiterin verteilt wohl Warnhinweise, die E-Gitarre wird zum glühen gebracht, das Tempo hält stetig an - wo soll das enden? Das ist Speed-EM. Fantastisch! 05 - Snow Cold: Man spürt die Kälte - und das jetzt mit der bekannten Faber-Signatur! Sehr schön. 06 - Alien Chants: Die Aliens sind unter uns - tief unten im Meer, und dort singen sie ihre Lieder. Oder ihr Leid...? Das Stück wirkt daher sehr klagend, ist wegen der "Aliens" fast nicht nicht zu ertragen, aber trotzdem fesselnd. 07 - Atomic Particles: (Bin leider der englischen Sprache nicht mächtig, aber:) der verwendete Sprach-Sample äußert sicher nichts Gutes! Entsprechend ist das Stück sehr ruhig, minimal instrumentalisiert, und düster ausgelegt. Das ethno gehaltene Thema ist dominant. Wieder sehr düster dieser Track! 08 - Thunder in my Heart: anfangs minimalistisch gehalten, ohne Ebene, das Thema sehr aggressiv. Vom klassischen Faber nichts zu erkennen, trotzdem tolles Stück! 09 - Cathedral: Orgelspiel nach klassischer "Bach" - (Berliner) - Schule. Sehr schön! 10 - Voices from outer Space: ruhiges Stück nach bekannter Faber-Manier. Hab aber die "Voices" vermisst?! 11 - Canadian Woods: ruhiges Stück nach bekannter Faber-Manier. Hier ist aber alles voller "Space - Voices"! --_ Ich vermute Track 10 und 11 sind hier in der Endfassung vertauscht worden!! Habe meine Bibliothek gleich korrigiert. 12 - Dark Sun Reprise: nur einige Sekunden für den Ausklang. Letzt endlich ist "Dark Sun" mein Lieblingsalbum von Faber. Viele Stücke sind hier enthalten, die Faber nicht erkennen lassen - und das ist gut so. Es sorgt mal für Abwechslung in diesem sonst so wunderschönem Faber-Universum.